Gemeinsam gegen die Einsamkeit: So helfen Ämter und Verbände Dresdens Senioren

Dresden - Jeder dritte Dresdner Rentner ist einsam. Tendenz: steigend. Die Landeshauptstadt hat das nicht nur erforscht: Bei regelmäßigen Seniorenkonferenzen kämpft sie zusammen mit Verbänden dagegen an.

Anke Floreck (57) leitet die Seniorenberatungstelle. Am Baum hinter ihr sammelten Rentner Wünsche für Prohlis.  © Steffen Füssel

Mehr als 160.000 Dresdner sind wenigstens 60 Jahre alt. Ein gutes Dutzend von ihnen folgte am Donnerstag dem Ruf der Arbeiterwohlfahrt in den Bürgersaal Prohlis. Unterm Titel "in Würde alt werden" lädt das Sozialamt alle zwei Jahre zu sogenannten Seniorenkonferenzen in den verschiedenen Stadtteilen.

"Das Älterwerden ist keine Last, sondern ein Privileg", sagt Astrid Michael vom Sozialen Dienst der Stadt. Doch gerade, wenn Gebrechlichkeiten hinzukämen oder der Ehepartner stirbt, müssten Selbstbestimmung und Teilhabe neu erlernt werden. Auch dafür seien die Konferenzen da.

Barbara Arnold (85) wohnt seit 1977 in Prohlis. Nachdem ihr Mann vor 20 Jahren gestorben war, hielt sie sich mit Busreisen und Wanderungen auf Trab. Doch seit sie auf einen Rollator angewiesen ist, hat sie "Sorge, mit der Straßenbahn zu fahren. Dadurch komme ich nicht mehr so viel in die Stadt", sagt sie.

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So gefiel es ihr sehr, dass sich Enver Nickel vom gleichnamigen Reiseunternehmen bei der Konferenz vorstellte.

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Gottfried Freude (83) wohnt gleich schräg gegenüber und freut sich rauszukommen.  © Steffen Füssel
Barbara Arnold (85) blättert durch den Katalog von Nickelreisen.  © Steffen Füssel
Enver Nickel (53) bietet Reisen für Senioren an.  © Steffen Füssel

Einsamkeit kann krank machen

Wer beizeiten Sport treibt, bleibt im Alter länger fit. Die Lebensqualität erhöht das ungemein.  © IMAGO/Zoonar II

"Mir geht es um die Lebensfreude der Alleinstehenden", sagt der 53-Jährige. "Frisch Trauernde befinden sich in einem tiefen Loch der Einsamkeit." Da helfe es wenig, mit glücklichen Ehepaaren zu verreisen. So reist er seit 2017 mit Verwitweten, vom Muldental bis an die Algarve.

Dem "Dresdner Lebenslagen 60+"-Bericht zufolge, einer Studie der Stadt und der TU aus 2022, leidet jeder dritte Dresdner über 60 an Einsamkeit. Das ist weit über dem Bundesdurchschnitt, der laut Robert Koch-Institut bei etwa jedem Fünften liegt.

"Einsamkeit bedeutet, dass sich Menschen mehr soziale Kontakte wünschen, als sie tatsächlich haben", schreibt das RKI. Die Folge: höheres Risiko für Diabetes, Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, dazu kommen Depressionen.

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"Ja, ich bin oft alleine, habe nie geheiratet", sagt auch Gottfried Freude (83) zu TAG24. Die AWO helfe ihm dabei sehr. Wegen einer Krankheit rauche und trinke er nicht mehr. "Da hilft es, einfach mal rauszukommen."

Die zentrale Seniorenkonferenz der Stadt findet am 30. September im Stadtforum statt.

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