Lehrer wollen streiken: Müssen Kinder am Freitag gar nicht in die Schule?
Dresden - Hurra, hurra, mein Lehrer streikt. Am Freitag bläst die Bildungsgewerkschaft GEW zum Arbeiterkampf im Schulsektor. Allein im Raum Dresden sind knapp 5100 Lehrer aufgerufen, sich dem anzuschließen. Bleiben jetzt reihenweise die Schulen dicht?
Wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft mitteilte, müssen sich Eltern und Schulleiter auf weitere Warnstreiks in Sachsen einstellen. Schon am Mittwoch beginnen diese im Raum Leipzig, ehe sich am Freitag der Raum Dresden anschließt. In der kommenden Woche folgen Zwickau, Chemnitz und Görlitz.
Allein in Dresden und dem Umland bis Meißen und Pirna sind knapp 5100 Lehrkräfte aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. "Die Beschäftigten an Schulen und Hochschulen setzen sich trotz Kürzungen und politischer Fehlplanungen mit höchstem Einsatz für Bildung und Wissenschaft ein. Das Mindeste, was wir verlangen, sind ordentliche Tarifsteigerungen", so Sachsens GEW-Chef Burkhard Naumann (38).
Doch beim "Mindesten" (sieben Prozent Lohnplus, mindestens 300 Euro) belässt er's nicht: So verlangen die Genossen auch monatlich 200 Euro mehr für Azubis und Praktikanten, die Überarbeitung der Entgeltordnung, den Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte.
5100 Pauker, davon mehr als die Hälfte in der Landeshauptstadt - müssen die Kids gar nicht erst in die Schule gehen?
Beamte sollten Streik ausbremsen
"Das Streikrecht setzt nicht die Schulpflicht aus", erklärt Clemens Arndt (48) vom Bildungs-Landesamt.
Grundsätzlich gehe er nicht davon aus, dass die Streiks flächendeckend zu fehlenden Lehrern führen. Wenn doch, müssen Schulen eine Notbetreuung anbieten. "Eltern sind angehalten, auf Infos der Schule achtzugeben."
Übrigens: Insgesamt gibt es im genannten Raum 9000 Lehrkräfte. Davon sind 43 Prozent allerdings verbeamtet. Und die dürfen deshalb nicht streiken.
"Aufgrund der vielen Verbeamtungen in den letzten Jahren ist kein so großer Impact wie noch vor zehn Jahren zu erwarten", so Arndt weiter.
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