Dresden - Jetzt setzt sich die CDU für das nächste Verkehrsexperiment in Dresden ein! Auf deren Vorschlag wurde am Montag im Stadtbezirksbeirat beschlossen, den Verkehr zwischen Albertplatz und Alaunplatz temporär sperren zu wollen. Der Autoverkehr sei ein nicht hinnehmbares Risiko für Fußgänger, argumentieren die Christdemokraten.
Insbesondere abends und an Wochenenden tummeln sich Feierlustige, Passanten und Kleinkriminelle am Eingang der Alaunstraße, die direkt ins Neustädter Partyviertel führt. Teils laufen Menschen unbekümmert auf der befahrenen Straße, wo keine Schrittgeschwindigkeit gilt.
Neueste Idee gegen das Verkehrs-Chaos: Autos zu den Stoßzeiten von der Straße verbannen - beziehungsweise vom ersten Straßenabschnitt. Konkret sollen Autos nicht mehr von der Bautzner Straße in die Alaunstraße einbiegen können.
Bei der Sitzung beschlossen die Stadtbezirksbeiräte den von der CDU eingebrachten Vorschlag einstimmig. Der Oberbürgermeister soll prüfen, ob die Sperrung als "Pilotprojekt" umsetzbar ist.
"Eine temporäre Sperrung zu Stoßzeiten ist ein Gebot der Vernunft", ist Stadtbezirksbeirätin Katharina Kern (42, CDU) überzeugt.
Könnte Verkehrsberuhigung dazu führen, dass sich Drogendealer sicherer fühlen?
Um Passanten und Radfahrer zu schützen, müsse der motorisierte Durchgangsverkehr "deutlich verlangsamt und reduziert werden". Laut CDU ist der Autoverkehr ein "nicht hinnehmbares Risiko", die anderen Parteien im Stadtbezirksbeirat sahen es genauso.
Gefährden Fußgänger mit leichtsinnigem Herumlaufen auf der Straße nicht ebenfalls den Verkehr? Könnte eine Verkehrsberuhigung sogar dazu führen, dass sich eben auch Drogendealer sicherer fühlen? Der Bereich ist immer noch ein Kriminalitätsschwerpunkt.
"Nein, es geht darum, dass hier regelmäßig Poser mit hochmotorisierten Fahrzeugen entlangrasen, obwohl sich in den Sommermonaten teils Hunderte Leute auf der Straße versammeln", erklärte Stadtbezirksbeirat Johannes Schwenk (34, CDU) gegenüber TAG24.
Er denkt etwa an versenkbare Poller, die auf der Partymeile hochgefahren werden können. Ob und wann Poller - oder andere Sperrmaßnahmen - Wirklichkeit werden? Darüber macht sich jetzt die Stadtverwaltung Gedanken.