Bangen um Dresdens Jugendhilfe-Projekte: Letzte Hoffnung Rettungspaket

Dresden - Dresdens Jugendhilfe in Not: Zwei Treffs in Niedersedlitz und Kaditz sind bereits dicht, das Moosmutzelhaus in Löbtau steht wegen gestrichener Fördergelder vor dem Aus. Nach Vertagung im Rat schnürte der Ausschuss jetzt ein neues Rettungspaket.

Die Sozialpädagogen David Morgenroth (37) und Claudia Elle (41) bangen nicht nur um ihre eigene Zukunft.
Die Sozialpädagogen David Morgenroth (37) und Claudia Elle (41) bangen nicht nur um ihre eigene Zukunft.  © Norbert Neumann

Über eine Stunde stritten Räte und Mitglieder verschiedener Träger am Donnerstagabend über Gelder für die Jugendhilfe.

Am Ende einigten sie sich mehrheitlich darauf, die Verwaltung zu beauftragen, Mittel im zu erarbeitenden Nachtragshaushalt für das Moosmutzelhaus (185.000 Euro), den Kindertreff "Alte Feuerwehr" in Cossebaude sowie die Jugendtreffs "Oase" und "check out", außerdem für alternative Angebote vor Ort bereitzustellen.

Tilo Kießling (55, Linke) machte sich dafür stark, weitere Gelder (wie ursprünglich schon einmal vorgesehen) auch für die Schulsozialarbeit (200.000 Euro), die Fachstelle für Mädchen und junge Frauen (100.000 Euro) sowie Ferienlager (300.000 Euro) einzuplanen. Das fand je eine knappe Mehrheit.

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Das Problem: Das Rettungspaket muss noch durch den Stadtrat. "Dieser muss sich jetzt bekennen", fordert Kießling.

Linken-Stadtrat Tilo Kießling (55) kämpft für die Jugendhilfe, fordert ein Bekenntnis des Rates.
Linken-Stadtrat Tilo Kießling (55) kämpft für die Jugendhilfe, fordert ein Bekenntnis des Rates.  © Thomas Türpe

OB Hilbert könnte Nachtragshaushalt ohne entsprechende Gelder planen

Über 100 "Stammkinder" kommen regelmäßig ins Moosmutzelhaus in Löbtau.
Über 100 "Stammkinder" kommen regelmäßig ins Moosmutzelhaus in Löbtau.  © Norbert Neumann

Dass nun wieder insgesamt über 1,2 Millionen Euro fließen sollen, wird für Gegenwind sorgen. Man könne wegen der Finanznot nicht alle retten, hatte etwa die CDU im Vorfeld verlauten lassen. Dem Rat steht es allerdings durchaus frei, nur einen Teil des Pakets zu verabschieden.

"Das Hin und Her auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen schadet massiv", sagt Hendrik Müller (31) von der SPD.

Und noch etwas bereitet ihm Sorgen: Trotz Ratseinigung könnte OB Dirk Hilbert (54, FDP) den Nachtragshaushalt dennoch ohne die entsprechenden Gelder planen.

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"Da wird sich zeigen, ob Hilbert die jungen Menschen und die Zukunft unserer Stadt wirklich im Blick hat", so Müller. Ob die Rettung von Moosmutzelhaus und Co. wirklich gelingt, wird sich also erst im März entscheiden.

Titelfoto: Bildmontage: Norbert Neumann, Thomas Türpe

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