Parkplatz-Not durch Carsharing? Das sieht das Rathaus anders
Dresden - Immer mehr Parkplätze in Dresden werden zu Carsharing-Stationen. Seit August 2025 sind 176 Stellplätze für Teilautos dazugekommen – gewöhnliche Parkplätze fallen dafür weg. Das Rathaus verteidigt diese Entwicklung.
Zwar stehen die Teilauto-Flächen häufig leer und sorgen damit für Stirnrunzeln bei Anwohnern auf Parkplatzsuche. Auf Anfrage von Stadtrat Marco Dittrich (39, AfD) beharrt die Stadtverwaltung aber auf den Vorzügen des Carsharings.
"Ein privater Pkw steht durchschnittlich 23 Stunden am Tag ungenutzt auf der Straße. Carsharingfahrzeuge sind dagegen viel häufiger unterwegs und nutzen den reservierten Parkraum viel effizienter", argumentiert sie.
Ohne Carsharing-Plätze in Wohngebieten wäre die Parkplatzsuche "noch wesentlich schwieriger". So hätten Anwohner die Möglichkeit, den eigenen Wagen abzuschaffen oder zumindest keinen neuen zu kaufen.
In Dresden würden mittlerweile 25.000 Menschen Carsharing nutzen, bis 2030 steige der Bedarf wahrscheinlich weiter, prognostiziert die Stadt.
Wirkt sich Carsharing ausschließlich positiv auf den Parkraum aus?
Außerdem täusche der Eindruck, dass leere Carsharing-Parkplätze nicht gebraucht würden – vielmehr würden Fahrzeuge "zu dieser Zeit aktiv genutzt".
Aber stimmt es wirklich, dass Carsharing sich ausschließlich positiv auf den Parkraum auswirkt? Laut Stadt ersetzt ein Teilauto 13 Privatfahrzeuge.
Stadtrat Dittrich bleiben Restzweifel: "Nur weil es Carsharing-Parkplätze gibt, sinkt nicht automatisch der Bedarf gewöhnlicher Parkflächen", meint er. "Carsharing-Parkplätze dürfen nicht zu einer Reduzierung von Anwohnerparkplätzen in Wohngebieten führen, wenig genutzte Standorte sollten wieder für alle freigegeben werden."
Dem Rathaus allerdings sind keine solchen "wenig genutzten" Standorte bekannt – unwahrscheinlich also, dass Carsharing-Flächen demnächst wieder abgebaut werden.
Titelfoto: Montage: Norbert Neumann, privat

