Dresden - Baustart für den ersten großen Abschnitt der Campuslinie! An der Nossener Brücke entstehen derzeit die Fundamente für den Neubau. Spätestens 2031 soll hier die Linie 7 fahren - zunächst zum Nürnberger Platz, später bis zum Unicampus.
1,7 Kilometer ist der Abschnitt lang, Kostenpunkt: 324 Millionen Euro (Eigenanteil von Stadt und DVB: 75 Millionen Euro). Das Bauvorhaben ist eines der größten überhaupt in Dresden, für Oberbürgermeister Dirk Hilbert (54, FDP) eine Investition "in die Zukunft unserer Stadt".
Für die Dresdner bedeutet sie aber auch: noch eine Baustelle ertragen müssen. Im September startet parallel der grundhafte Ausbau der Königsbrücker Straße, Ende kommenden Jahres der Neubau der Carolabrücke.
Auf der Nossener Brücke und Nürnberger Straße soll der Verkehr zwar immer beidseitig fließen können - aber eben auf weniger Fahrspuren. Vereinzelt gibt es weitere Sperrungen, so etwa kommendes Wochenende in den Nachtstunden Richtung Plauen.
"Ein so großes Bauvorhaben kann es nicht ohne Behinderungen geben. Wir wissen natürlich, welche wichtige Achse das ist", sagt Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne).
Straßenraum soll aufgewertet werden
Die Campuslinie sei "wirtschaftspolitisch" wichtig - nicht zuletzt, weil die TU Dresden so besser an den geplanten Wissenschaftsstandort Ost angebunden werde.
Hinzu kommt die Aufwertung des Straßenraums: Die Nürnberger Straße soll Allee-Charakter bekommen, die Straßenbahn künftig auf lärmmindernden "Rasengleisen" fahren. Radfahrer und Fußgänger bekommen moderne Rad- und Gehwege, Autofahrer behalten ihre vier Spuren.
Noch fehlt allerdings ein Stadtratsbeschluss, der den größten und letzten Abschnitt der Campuslinie vom Nürnberger Platz bis zum Wasaplatz betrifft. Die von Kühn vorgeschlagene Verkehrsführung auf der Caspar-David-Friedrich-Straße hatte der Rat zuletzt abgelehnt, eine neue Vorlage dazu kommt im nächsten Stadtrat auf die Agenda.
Kühn gibt sich zuversichtlich, diesmal eine Mehrheit zu finden. "Die Fördermittel vom Bund hängen daran, dass die Campuslinie vollständig umgesetzt wird", betont er. "Das Große sollte nicht am Kleinen scheitern", sagt auch DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (57).