Wegen Schwarzarbeit: Handwerkskammer fordert finanzielle Entlastungen für Betriebe

Dresden - Angesichts steigender Abgabenlast und der umstrittenen Verwendung von Steuergeldern werden in Sachsen immer mehr Aufträge "schwarz" erledigt. Jetzt schlägt die erste Handwerkskammer Alarm.

Warnt vor einem Anstieg der Schwarzarbeit: Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden.  © Ove Landgraf

"Die schwierige Konjunkturlage lässt die Schwarzarbeit boomen", sagt Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden.

Derzeit gebe es dazu vermehrt Hinweise von Mitgliedsbetrieben. Vor allem im Fokus: das Bau- und Ausbaugewerbe sowie das Friseurhandwerk, in dem sich immer mehr Barbershops ausbreiten.

Nach Kenntnis der Handwerkskammer werden Arbeiten teils auch von Betrieben ausgeführt, die dafür nicht qualifiziert sind.

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"Wenn etwa ein Maurer plötzlich auch Malerarbeiten anbietet", nennt Brzezinski ein Beispiel.

Bei Barbershops müsse überprüft werden, ob die vorgeschriebene Betriebsleitung durch einen Friseurmeister eingehalten werde.

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Sogenannte Barbershops schießen wie Pilze aus dem Boden - laut Handwerkskammer kommt es hier häufig zu Schwarzarbeit.  © IMAGO/F. Anthea Schaap
Die Baubranche ist laut Handwerkskammer Dresden besonders anfällig für Schwarzarbeit.  © Rolf Vennenbernd/dpa
Der Zoll führt in Sachsen regelmäßig Schwarzarbeits-Kontrollen durch.  © Zoll

Schwarzarbeit als Ausweichreaktionen von Personen, die keinen Arbeitsplatz finden

Was man in der DDR "Pfuschen" nannte, wird auf dem Bau heute immer beliebter - Schwarzarbeit nach Feierabend (Symbolfoto).  © picture alliance/dpa

Die Handwerkskammer Dresden hatte jüngst Zoll, Gewerbeämter, Landratsämter und Handwerk zu einem runden Tisch eingeladen und dabei die Behörden aufgefordert, mehr gemeinsame Schwerpunktkontrollen durchzuführen.

Brzezinski sieht auch die Politik in der Pflicht: "Hohe Steuern und Sozialabgaben sind eine der Hauptursachen für die Schwarzarbeit."

Sie vergrößerten die Schere zwischen Brutto und Netto und verteuerten handwerkliche Arbeiten, wodurch der Anreiz steige, illegal zu agieren. Entlastungen für die Betriebe seien notwendig, so der Handwerks-Chef.

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Joachim Ragnitz vom ifo-Institut Dresden hält die Einschätzung der Handwerkskammer für nachvollziehbar. Bei schwacher Konjunktur würden weniger neue Arbeitsplätze geschaffen und bestehende abgebaut, erklärt er.

Das führe dann zu Ausweichreaktionen von Personen, die keinen Arbeitsplatz finden - also zu mehr Schwarzarbeit. "Und der Auftraggeber spart darüber hinaus die Mehrwertsteuer. Insoweit liegt hier wohl der relevanteste Grund", so Ragnitz.

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