Dresden - Trotz Bullenhitze mit bis zu 30 Grad sprudeln Ende Mai aktuell nur wenige städtische Brunnen. Das will Team Zastrow (TZ) jetzt ändern und fordert über den Stadtrat zudem personelle Konsequenzen.
Während in den Vor-Corona-Jahren die Brunnen-Saison traditionell Mitte April eröffnet wurde, hakt es seit einigen Jahren. 2024 war der Start auf Anfang Mai verschoben worden.
Im vergangenen Jahr ließ Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne) aus Spargründen zunächst nur wenige Brunnen sprudeln, bis OB Dirk Hilbert (54, FDP) nach Druck des Stadtrates eingriff und die Brunnensaison rettete.
Auch jetzt begründet Jähnigen die späte Inbetriebnahme, die laut Verwaltung seit Anfang Mai läuft, mit geltender Haushaltssperre und spätem Frühlingsbeginn. Bis heute laufen gerade einmal zehn der 71 Brunnen in städtischer Hand.
"Einerseits investiert die Stadt Millionenbeträge, um zum Beispiel die Krachtbrunnen zu sanieren, andererseits sind die notwendigen Mittel zum Betrieb angeblich nicht vorhanden. Man beklagt die Überhitzung der Innenstadt, stellt für viele Tausend Euro sogenanntes Pop-Up-Grün auf und plant die Anschaffung von Nebelduschen", sagt TZ-Fraktionschef Holger Zastrow (57).
Einige Brunnen sollen bald angeschaltet werden
"Diese Widersprüche versteht kein Bürger, das ist ein unhaltbarer Zustand, der dringend geändert werden muss." Seine Fraktion will jetzt im Rat beantragen, umgehend alle Brunnen anzustellen.
Zudem soll Hilbert prüfen, die Brunnen-Zuständigkeit innerhalb der Verwaltung zu ändern, damit Dresden nicht mehr auf dem Trockenen bleibt. Die Brunnen weiter in Jähnigens Geschäftsbereich zu lassen, hält TZ für falsch.
Laut Rathaus sollen "in den nächsten Tagen" weitere Anlagen angeschaltet werden. Einige Wasserspiele wie etwa der westliche Krachtbrunnen (Neustädter Markt) oder "Stille Wasser" (Albertplatz) fielen wegen technischer Defekte aus.
Da Geld fehle, könnten Vandalismusschäden und verschlissene Teile aktuell nicht repariert oder ausgetauscht werden, teilt ein Sprecher mit.
Erquicklicher läuft's mit den Dresdner Brunnen, um die sich der Freistaat kümmert: Laut Schlösserland-Sprecherin sind mit Ausnahme weniger Restaurationsfälle alle 35 Wasserspiele schon seit Mai oder früher in Betrieb.
Erstmeldung 5.33 Uhr, zuletzt aktualisiert: 15.47 Uhr
Ursprünglich war von 83 Springbrunnen/Wasserspielen die Rede. Allerdings zählten da auch wassertechnische Anlagen (Bewässerungssysteme, Zapfstellen, Wasserfassungen, künstliche Gewässer) mit rein. Laut Rathaus habe die Stadt insgesamt "nur" 71 Springbrunnen in ihrer Verwaltung, von denen wie korrekt geschrieben am Mittwoch lediglich zehn Stück sprudelten.