Schlechte Zeiten für Straftäter in Sachsen: Neues Kripo-Institut mit Speziallabors und Beschuss-Anlage

Dresden - Kriminelle müssen sich in Sachsen warm anziehen: Im neuen Kriminaltechnischen Institut (KTI) am Landeskriminalamt (LKA) werden Verbrechen jetzt noch effektiver analysiert. Ausgerüstet mit modernster Technik sind erstmals alle Bereiche der Spurensicherung unter einem Dach vereint. Gestern wurde der Neubau an das LKA übergeben.

Der moderne Kripo-Neubau wurde am Donnerstag dem LKA übergeben.
Der moderne Kripo-Neubau wurde am Donnerstag dem LKA übergeben.  © Ove Landgraf

"Es ist kein guter Tag für die Straftäter", brachte es Innenminister Armin Schuster (61, CDU) auf den Punkt. Er ist sich sicher, dass die Aufklärungsquote (59,6 Prozent im Jahr 2021) "dramatisch" steigen wird: 50.000 Spuren von 12.000 Verfahren bearbeiten die Ermittler jährlich.

Zeit spielt für den Erfolg eine große Rolle. Was bislang wegen der Wegstrecken zwischen den Laboren Stunden oder Tage dauerte, ist im All-inclusive-Haus sofort möglich.

"Wenn die Fingerabdruck-Analyse nicht weiterkommt, geht sie zur DNA-Analyse ein Stockwerk tiefer", so KTI-Leiter Thomas Krieghoff (62). Auf 5000 Quadratmetern sind 300 Labore und Arbeitsräume untergebracht, wie beispielsweise die der DNA- und Blutspurenanalyse oder der Tatortgruppe.

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Neu ist die Beschuss-Anlage (25 Meter lang) mit Wachswand, die zur Rekonstruktion von Schüssen und den dazugehörigen Waffen dient. Das Highlight ist eine Unterwasser-Beschuss-Anlage (drei Meter tief), in der Projektil-Geschwindigkeiten rekonstruiert werden.

Schlüsselübergabe von Finanzminister Hartmut Vorjohann (59, CDU, r.) an KTI-Chef Thomas Krieghoff (62).
Schlüsselübergabe von Finanzminister Hartmut Vorjohann (59, CDU, r.) an KTI-Chef Thomas Krieghoff (62).  © Ove Landgraf
Feuer frei! Die neue Beschussanlage mit Wachswand (im Hintergrund) ist nur eines der Highlights im Kriminaltechnischen Institut (KTI).
Feuer frei! Die neue Beschussanlage mit Wachswand (im Hintergrund) ist nur eines der Highlights im Kriminaltechnischen Institut (KTI).  © Ove Landgraf

Bis Ende des Jahres sollen alle Mitarbeiter in den 60 Millionen Euro teuren Siebengeschosser eingezogen sein. 23,5 Millionen davon stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, 36,5 Millionen zahlte der Freistaat. Der erste Spatenstich erfolgte im Juni 2019.

Titelfoto: Ove Landgraf

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