"Seepferdchen-Offensive": Gratis Schwimmkurse für Dresdner Kinder

Dresden - 100.000 Euro macht Dresden für seine "Sommerschule" locker. So sollen coronabedingte Ausfälle ausgeglichen werden. Der Großteil davon fließt in eine "Seepferdchen-Offensive". Der Bedarf ist enorm.

Endlich geschafft: Larissa (8) mit Schwimmabzeichen.
Endlich geschafft: Larissa (8) mit Schwimmabzeichen.  © Thomas Türpe

Etwa 5000 Zweitklässler machen jährlich in den Dresdner Hallenbädern ihr "Seepferdchen", beherrschen damit zumindest erste Schwimmkenntnisse.

Doch dieses Jahr legte Corona auch den Badebetrieb lahm, die entsprechenden Kurse fielen aus. Schwimmlehrer Sebastian Halgasch (39) schätzt, dass somit etwa 500 Kinder nicht schwimmen gelernt haben. Ein enormes Risiko.

Im Juni beschloss der Stadtrat, dass vor allem diesen Kindern geholfen werden soll. In einem ersten Schritt wurden jetzt drei Wochen lang knapp 100 Zweitklässler ins sprichwörtlich kalte Wasser geworfen.

"Einige der Kinder konnten keinen einzigen Meter schwimmen", so Schwimmlehrer Halgasch.

Die Plätze waren binnen weniger Tage ausgebucht. Weil der Bedarf also ungleich höher ist, sollen im Herbst und Winter weitere Ferienkurse angeboten werden. Wann diese starten, ist aber noch unklar. 

"Um möglichst viele Schüler zu erreichen, haben wir über die Schulen versucht, alle Eltern anzusprechen und zu informieren. Im Herbst und Winter wollen wir ähnlich agieren, zudem gezielt Schüler auffordern", sagt Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (51, CDU).

Die "Sommerschule" bietet zudem weit mehr, als die Schwimmkurse. So können zum Beispiel Programmiersprachen gelernt werden.

Infos über offene Kurse: www.dresden.de Stichwort "Ferien für Entdecker". Auch diese Programme sollen im Herbst fortgesetzt werden. Das Jugendamt will dann stärker Träger der Jugendhilfe einbinden.

Dresdens Freibäder wieder gut besucht

Schwimmlehrerin Anke Halgasch (30) am Lehrschwimmbecken in Hallenkomplex am Freiberger Platz.
Schwimmlehrerin Anke Halgasch (30) am Lehrschwimmbecken in Hallenkomplex am Freiberger Platz.  © Thomas Türpe

Wer schwimmen kann, will auch draußen planschen. Trotz coronabedingter Einschränkungen, besuchten bisher knapp 133.000 Besucher die acht Freibäder.

Besonders das Naturbad Mockritz (rund 23.400) und das Stauseebad Cossebaude (22.600) wurden gestürmt.

Zudem ist die Saison erst angelaufen. Am letzten Samstag war in allen Freibädern (außer FKK) erstmals die Kapazitätsgrenze erreicht.

"Wir gehen davon aus, dass die Bäder auch am Wochenende ausverkauft sein werden", so Sprecher Lars Kühl (46). Wer kann, sollte unter www.dresdner-baeder.de buchen.

Titelfoto: Thomas Türpe

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