Sensation auf Burg Stolpen! Briefe aus der Verbannung von Gräfin Cosel aufgetaucht

Stolpen - Die Burg Stolpen freut sich über eine kleine Sensation. Im Sommer erhielt sie eine private Schenkung von originalen Dokumenten der Gräfin Cosel (1680-1765), die zum großen Teil auch auf der Burg entstanden sind. In einer kleinen Ausstellung im Coselturm sollen sie im Oktober für kurze Zeit für Besucher zu sehen sein.

48 Jahre lang lebte Gräfin Cosel in Verbannung auf der Burg Stolpen.  © Norbert Neumann

"Die bewegende Geschichte der Gräfin Cosel in der Burg Stolpen ist für viele Menschen eine sehr emotionale Angelegenheit. Mit solchen wichtigen Zeugnissen und Exponaten wird sie besonders gut erlebbar", sagt Dr. Christian Striefler (64), Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH.

"So viele Zeugnisse bzw. originale Exponate von der Gräfin Cosel haben wir nicht. Insofern ist das für uns ein unschätzbarer Wert, den wir hier bekommen haben", zeigt sich Schlossleiter Uli Kretzschmar (50) begeistert.

Bei der Schenkung handelt es sich um fünf sehr gut erhaltene Briefe der Gräfin Cosel, die 48 Jahre lang und bis zu ihrem Tod in der Verbannung durch August den Starken auf der Burg Stolpen lebte.

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"Ich kann versichern, das sind authentische Dokumente", erklärt Jens Gaitzsch (63), Museologe der Burg Stolpen.

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Die Briefe enthalten auch das Siegel und die Unterschrift der Gräfin Cosel.  © Norbert Neumann
Da staunt auch Gräfin Cosel alias Kerrin Bardoux (56) nicht schlecht.  © Norbert Neumann

Briefe werden in der 2. Etage des Coselturms ausgestellt

Sind glücklich über die Schenkung: Dr. Christian Striefler (64, l.), Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH und Museologe Jens Gaitzsch (63).  © Norbert Neumann

Der erste Brief sei eine Quittung aus dem Jahr 1712, die belegt, dass Gräfin Cosel 3000 Taler aus der Steuerkasse erhielt. "Wir wissen nicht, was das für ein Rechtsgeschäft war", ordnet Jens Gaitzsch ein.

Zwei weitere Briefe stammen aus den Jahren 1737 und 1738, in denen es um Erbschaftsangelegenheiten nach dem Tod der Mutter geht. Darin bestand Gräfin Cosel auf die Übertragung der gesamten Erbschaft auf sie. Der vierte Brief von 1740 war eine Erwiderung von Neujahrsglückwünschen an den Hofrat von Wichmannshausen.

Im letzten Schreiben beauftragt Cosel 1748 den "zu ihrer Aufsicht und Versorgung nach Stolpen kommandierten Offizier, den Hauptmann Holm" zwölf Löschwassereimer zu besorgen. Gaitzsch: "Eine Brandgefahr zu dieser Zeit war sehr real."

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Die Briefe werden temporär vom 9. bis 25. Oktober in der 2. Etage des Coselturms ausgestellt. Danach werden sie im Depot gesichert. Infos: burg-stolpen.org

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