Silber-Comeback bei Schwimm-EM: Dresdnerin kämpft sich nach schweren Jahren wieder empor

Dresden - Maya Tobehn (24) galt einst als eines der größten Versprechen des deutschen Schwimmsports, doch nach der verpassten Qualifikation für Olympia 2021 in Tokio und einem folgenden Burn-out zog sich das hoffnungsfrohe Juwel für drei Jahre komplett aus dem Leistungsbereich zurück. Jetzt ist sie wieder da, holte Silber mit der Mixed-Staffel über 4x200 Meter Freistil.

Maya Tobehn (24) hat sich bei der EM in Paris in die europäische Spitze geschwommen.  © imago/eibner

Die Teilnahme an der EM war schon ein großer Erfolg. Erstmals seit 1992 qualifizierte sich wieder eine Schwimmerin des Dresdner SC für das Großereignis.

Nach Platz vier in der Staffel über 4x100 Meter Freistil bei den Frauen folgte Silber im gemischten Quartett über die doppelte Distanz. Für die 24-Jährige der bisher größte Erfolg.

"Ich bin ehrlich, wir hatten Anfang der Saison gar nicht damit geplant und auch nicht damit gerechnet. Die EM selbst ist großartig gewesen. Ich durfte viele Erfahrungen sammeln nach der Pause, die ich hoffentlich mit in die Zukunft nehmen kann. Ich bin wahnsinnig stolz auf meinen Trainer Martin Dautz und mich, dass wir das doch wieder geschafft haben", sagt sie in einem Sport1-Interview.

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Gerade Silber als Schluss-Schwimmerin war der Hit. "Als ich gemerkt habe, die Britin haut mir gar nicht so sehr ab, war das atemberaubend und überwältigend. Das wird auch noch ein bisschen länger dauern, bis ich das verarbeitet habe. Das freut mich wirklich riesig", so Maya.

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Maya Tobehns Botschaft: "Es ist nicht schlimm, nach Hilfe zu fragen"

Der Silbercoup für Maya Tobehn (l.) zusammen mit Lukas Märtens (24, 2.v.l.), Linda Roth (18) und Jarno Bäschnitt (20, r.).  © imago/eibner

Was für ein Comeback auf internationaler Bühne nach ihrer Vorgeschichte. Sie war vor fünf Jahren komplett weg vom Leistungssport - Burn-out. Sie hat alles mit sich ausgemacht. Der Leistungssport, der sich zu 90 Prozent im Kopf abspielt, wurde zur Belastung. Sie hat daraus gelernt, mental ist sie gewachsen.

"Nach Hilfe fragen. Das habe ich damals leider nicht beherzigt. Mir wurde Hilfe angeboten, aber ich habe sie abgeschlagen. Nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil ich so verunsichert war und nicht wusste, was ich machen sollte. Es ist nicht schlimm, nach Hilfe zu fragen, egal in welche Richtung es geht", sagt sie heute. Damals verlor sie sich.

"Das war mehr oder weniger ein stilles Schweigen von meiner Seite aus, dass ich mich da wirklich komplett zurückgezogen habe, selbst aus familiären Kreisen. Da ist Alarmstufe Rot, wenn man sich aus der eigenen Familie zurückzieht", ist Maya Tobehn ehrlich.

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Jetzt ist sie zurück, mental stark, leistungsmäßig top. Und sie will mehr. "Ich habe hier und da noch unfassbar große Reserven. Heißt, ich habe noch viele Körner rumliegen, die ich noch ranholen kann", ist sie sich sicher.

Auch bei ihrem Ziel: Olympia 2028 in Los Angeles.

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