Wie Kaffee das Leben von Kanu-Olympiasieger Liebscher-Lucz verändert hat
Dresden - "Sie haben mich auf die dunkle Seite geholt", berichtet Tom Liebscher-Lucz (32). Der dreifache Olympiasieger spielt damit auf seine Teamkollegen vom deutschen Kajakvierer an, die ihn vor vier Jahren zum Kaffeetrinker gemacht und eine Leidenschaft geweckt haben.
"Bis 2022 habe ich gar keinen getrunken", berichtet der Dresdner. Warum? Das kann der 32-Jährige nicht erklären.
Wer sein Instagram-Profil verfolgt, wird dies verwundern. Nach Paddel-Einheiten auf der Elbe, Schwitzen im Kraftraum oder von den Regatta-Strecken der Welt - ein Kaffeevideo postet er sehr oft.
Und dabei zieht er sich nicht einfach einen Schwarzen. Wie ein Barista bereitet er sich genüsslich das Getränk zu. "Ich habe zwei Seminare gemacht", sagt Liebscher-Lucz.
Dies erklärt, weshalb selbst der Milchschaum wie in einem Kaffee eine Blume in der Tasse bildet. "Gern trinke ich einen Cortado. Der wird aus gleichen Teilen Espresso und heißer, leicht aufgeschäumter Milch gemacht", verrät der Kanute. "Und beim Milchaufschäumen daheim übe ich."
So erklären sich die super Muster im Milchschaum. Da wird doch sicher für seine Frau Dori ein Herz dabei sein?
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Tom Liebscher-Lucz bietet selbst zwei Kaffee-Mischungen an
Wie haben Max Lemke & Co. eigentlich Tom zum Kaffeetrinker gemacht? "Im Trainingslager, mit einem Kaffee aus nicht so dunklen und verbrannten Bohnen", berichtet Liebscher-Lucz. "Die Bohnen waren hell, und der Kaffee schmeckte fruchtig und hatte keine Säure - was eine Kunst ist." Und nach diesem Kaffee - der blumig-fruchtig schmeckt - geht er jetzt weltweit auf Suche.
"Wenn wir unterwegs sind, schaut man nach Reisezielen und ob es da in der Nähe Kaffee gibt. In New York oder zuletzt in Montreal kamen wir so an Orte, die man sonst nicht sieht", so der Dresdner.
"Zuletzt in Montreal sind wir mit der U-Bahn 20 Minuten in ein Wohnviertel gefahren und landeten in einem Modeladen. Der bot Kaffee an, und wir haben ein Tasting gemacht und uns festgequatscht. Das war sehr interessant. Der Kaffee schmeckte nach Wassermelone, weil er fermentiert war."
Mittlerweile gibt's bei der Dresdner Rösterei Kaffanero sogar zwei Mischungen des Olympiasiegers zu kaufen - eine dunklere und eine helle. "Für den helleren, fruchtigeren Kaffee habe ich Bohnen aus Florida mitgebracht und mir gewünscht, dass der Kaffee so schmeckt", berichtet der siebenfache Weltmeister.
Da er bis mindestens 2028 zu den Olympischen Spielen in Los Angeles paddelt und im kommenden Jahr mehr in Asien sein wird, dürfen Kaffee-Fans gespannt sein, was er noch alles mitbringt. Sportlich soll's Ende August von der WM in Posen Gold mit dem Vierer sein ...
Titelfoto: Bildmontage: Enrico Lucke

