Trockenübung an der Elbe: Hier probt Dresden Alarmstufe 4
Dresden - 120 Meter Flutmauer wurden am Donnerstag an der Böcklinstraße in Dresden-Pieschen auf- und abgebaut. Damit probte die Stadt für Alarmstufe 4. Heißt: Wenn die Elbe einen Pegel von sieben Metern erreicht hat, gilt "Hochwasserabwehr" zur Rettung von Leib und Leben.
Tiefenentspannt beobachtete Christina Schenk (46) den Probenaufbau: "Im Zentrum steht heute zum einen Materialsichtung. Zum anderen geht es um die Schulung der neuen Mitarbeiter und das Auffrischen der Handgriffe für die alten Hasen im Team."
Die turnusmäßige Wartung (alle drei Jahre) war gleichzeitig die erste Probe unter ihrer Leitung. Letztes Jahr übernahm sie den Posten von Ex-Chef Matthias Kolitsch (63), der lachend gesteht, sich "noch ein Weilchen beratend im Hintergrund aufzuhalten".
Rund 800 Meter misst die "tieflagige Strecke" zwischen Brauhaus Watzke und Flutrinnenbrücke. Mit der Flutmauer werden die "natürlichen Hochlagen der Elbe" ergänzt, erklärt die neue Chefin.
Jedes Element des Schutzwalls setzt sich dabei aus sechs Teilen zusammen: zwei senkrechte Stützen, die auf der Mauer verschraubt, und vier Querlatten aus Aluminium, die zwischen die Stützen eingelassen werden: "Die Teile sind nicht schwer, aber die passgenaue Arbeit muss immer von zwei Kollegen ausgeführt werden."
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Ab vier Metern beginnen Beobachtungen
Seit 2002 werden Niederschlagswerte und Staudamm-Pegel automatisch aus Tschechien nach Dresden übermittelt. Bei einem Wasserstand von vier Metern (Alarmstufe 1) beginnen genauere Beobachtungen.
Bei sechs Metern (Stufe 3) beginnt der Aufbau der Flutmauer, weiß die Chefin: "Damit ist viel erreicht, um die Elbe auch im absoluten Notfall von mehr als sieben Metern Wasserstand beherrschbar zu machen."
Titelfoto: Thomas Türpe
