Umweltschützer bemängeln Wassermangel in der Elbe
Dresden - Die Elbe steckt in der Dauer-Dürre: Im vergangenen Jahr führte der Fluss fast durchgehend Niedrigwasser - vom Frühjahr über den Sommer bis in den Herbst.
Selbst der Winter konnte die Wasserstände nicht retten. Experten sprechen inzwischen von chronischem Wassermangel. Und eine Besserung ist nicht in Sicht.
Eine aktuelle Auswertung des sächsischen Naturschutz-Bundes (BUND) zeigt, dass die für die Schifffahrt notwendige Mindesttiefe von 1,40 Metern seit Ende Februar - mit einer Ausnahme von zwei Wochen - nicht erreicht wurde.
"Selbst eine Tiefe von einem Meter wurde über viele Monate unterschritten. Von den langjährigen Mittelwasserständen ist die Elbe weit entfernt", heißt es in einer Mitteilung.
Schuld daran sei unter anderem, dass sich der Fluss durch Begradigung und Einengung immer tiefer ins Flussbett eingegraben hat und dadurch der Wasserspiegel gesunken sei.
"Der Klimawandel hat die Elbe fest im Griff - zehn Monate Niedrigwasser gehören zur neuen Realität", warnt BUND-Landes-Chef Felix Ekardt (53).
Pufferfunktion der Elbe fällt weg
Folgen hat das nicht nur für den Fluss selbst. Denn bei lang anhaltendem Niedrigwasser füllen sich auch die Grundwasserspeicher nicht mehr auf. Wälder, Felder und Wiesen leiden darunter.
Besonders die Uferlandschaft ist dabei betroffen: Früher konnte die Elbe bei Hochwasser die sogenannten Auen überfluten, die wie ein natürlicher Schwamm Wasser speicherten. Heute fällt diese Pufferfunktion weg.
Ziel sollte es im Rahmen des sogenannten Gesamtkonzepts Elbe sein, den Wasserstand langfristig wieder zu stabilisieren, damit die Elbe ihre natürliche Speicherfunktion zurückgewinnt, heißt es in einer Mitteilung des BUND.
Titelfoto: Thomas Türpe
