Vor genau 240 Jahren kam Schiller: Dresdens kleinstes Museum ist eine Ode an die Freude
Dresden - Es ist das kleinste Museum der Stadt, aber voll großer Geschichten: das Schillerhäuschen in Loschwitz. Gerade mal 22 Quadratmeter – und doch ein Ort, an dem Weltliteratur entstand. Hier lebte Friedrich Schiller zwei Jahre lang, jung, mittellos, verschuldet – und doch auf dem Weg zum Genie.
Im Museum befindet sich eine besondere Sammlung an Reliquien und Erinnerungen an den jungen Schiller.
Ein Highlight ist ein winziger Knopf, von Damen seiner Zeit bemalt, auf dem die Göttin der Hygiene prangt.
"Diesen Knopf hat Schiller selbst in der Hand gehabt – und die Nachwelt hat ihn eifrig bewahrt", sagt Gabriele Drews (75) vom Verein "Schiller & Körner in Dresden".
Dazu kommen Schriftstücke und Bilder, darunter Handschriften, Auszüge aus den in Dresden entstandenen Schillerschen Dichtungen sowie Reproduktionen von Gemälden.
Schon 1784 lernte Schiller Christian Gottfried Körner kennen. Nach mehreren Aufenthalten in Körners Haushalt in Leipzig folgte Schiller dessen Einladung und zog am 12. September 1785 auf den Loschwitzer Weinberg, blieb zwei Jahre.
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Schon seit 2005 lockt das Häuschen Schiller-Begeisterte
"Er wurde hier wie ein Familienmitglied aufgenommen. Sie konnten es nicht ertragen, dass ein so großer Dichter sehen musste, wie er seine Brötchen verdient", so Drews. Hier fand er Ruhe, Inspiration und Halt. Schrieb an "Don Karlos" und dichtete die weltberühmte "Ode an die Freude", die Ludwig van Beethoven in den 1820er-Jahren vertonte.
Seit 2005 ist das Häuschen wieder als Museum zugänglich. So feierte man am Freitag nicht nur das 240-jährige Jubiläum von Schillers Ankunft in Dresden, sondern auch 20 Jahre Wiedereröffnung.
Getragen wird das Häuschen von einem kleinen Verein mit rund 25 Mitgliedern und vielen Helfern. "Wir freuen uns auf jeden Fall über neue Mitglieder." Jedes Wochenende zwischen Ostern und Oktober strömen Besucher hinein – rund 1000 bis 1500 im Jahr, aus allen Teilen der Welt.
Drews hofft: "Vielleicht bekommt das kleinste Museum der Stadt irgendwann auch einmal die Mittel für eine neue Ausstellung ..."
Titelfoto: Bildmontage: Christian Juppe

