Weil er ihm zu laut war: Trunkenbold griff Nachbarn mit Böller und Machete an

Dresden - Da brannten bei ihm alle Sicherungen durch. Weil Thomas F. (38) angeblich vom ständigen Lärm seines Nachbarn frustriert war, verwandelte der Dresdner den Hausflur seines Mehrfamilienhauses in einen "Kriegsschauplatz".

Entschuldigte sich vor Gericht bei den Opfern: Thomas F. (38) am Montag im Amtsgericht Dresden.
Entschuldigte sich vor Gericht bei den Opfern: Thomas F. (38) am Montag im Amtsgericht Dresden.  © Steve Schuster

Eigentlich war F. auf dem Weg der Besserung, hatte seit drei Jahren keinen Tropfen Alkohol mehr angerührt. Doch nach dem Besuch seiner Mutter der Rückfall: Thomas F. ging in den nächstgelegenen Supermarkt, deckte sich dort mit reichlich Bier und Schnaps ein.

Zu Hause angekommen, nahm er laute Geräusche aus der Wohnung von Abdullah K. (35) wahr. Der Libyer hatte gerade einen Freund zu Besuch. Schon seit Wochen ärgerte sich F. über die lauten Gespräche seines Nachbarn. "Ich habe sogar Lärmprotokoll geführt", erklärte er am Montag vor Gericht. Doch wirklich gehandelt habe niemand, sagte der Angeklagte.

Also nahm der Schwerbetrunkene die Sache selbst in die Hand. Im Hausflur zündete er gegen 15.30 Uhr einen Böller und schmierte ein Hakenkreuz an die Wand.

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Dass das nur das Vorspiel war, merkten alle Beteiligten, als F. Morddrohungen ausstoßend ("Kanake! Ich bring euch um") und mit einer Machete auf die Tür seines Nachbarn einschlug. Dann versuchte er auch noch, mit einem Feuerzeug und einer Schuhspray-Dose die Tür des Nordafrikaners abzufackeln. Abdullah K.: "Er wollte uns jede Möglichkeit zur Flucht nehmen, wir hatten große Angst."

Als die Polizei eintraf, flüchtete der Täter in seine Wohnung, rammte sich dort wohl ein Messer in die linke Hand - Behandlung im Krankenhaus. "Ich kann mich an so gut wie nichts mehr erinnern", behauptete F. vor Gericht. Der Alkoholtest am Tattag hatte 2,2 Promille ergeben.

Das Urteil am Dresdner Amtsgericht: 15 Monate Haft, wegen "strafmildernder Umstände" aber für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zudem soll F. für mehrere Monate in eine Therapie.

Titelfoto: Steve Schuster

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