Wert von 14,8 Millionen Euro! Wird der Goldene Reiter wirklich versteigert?

Dresden - Steht der Goldene Reiter bald zum Verkauf? Mit einer symbolischen Versteigerung warnten OB Dirk Hilbert (54, FDP) und Stadtkämmerin Jeanette Rißmann (53) vor dem Finanzkollaps der Stadt.

"Zu verkaufen" und "Letzter Ritt!" war am Montag in Großbuchstaben vor dem Reiterstandbild zu lesen. Die Stadt hatte die Banner aufgehängt.  © Petra Hornig

Der Goldene Reiter (1736 aufgestellt) am Neustädter Markt gehört zu den markantesten Wahrzeichen der Stadt. Rund 14,8 Millionen Euro wäre er heute wert, schätzt Stadtarchiv-Chef Thomas Kübler (61).

"Ich hatte ja wenigstens auf 130 Millionen gehofft, um unser Defizit ausgleichen zu können", sagte der OB am Montagmorgen.

Denn zum Aktionstag "Kommunen am Limit" wurde das Reiterdenkmal symbolisch versteigert - immerhin erwartet Dresden gegen Jahresende ein Minus von 78 Millionen Euro. Bis 2031 soll das Defizit auf 130 Millionen Euro anwachsen.

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Vor fünf Jahren hatte Dresden noch ein Plus von 217 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Stadtkämmerin nannte "explosionsartig" angestiegene Sozialkosten als Grund, Hilbert appellierte an Bund und Länder: "Wir brauchen dringend Entlastungen. Ansonsten müssen wir vor Ort viele, viele Leistungen einschränken, was jeder Bürger zu spüren bekommt."

Etwa das Deutschlandticket sei vom Bund bestellt worden, doch Städte müssten es mitbezahlen.

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Stadtkämmerin Jeanette Rißmann (53), OB Dirk Hilbert (54, FDP) und Stadtarchiv-Chef Thomas Kübler (61) zeigen weitere Wertgegenstände, die angesichts der Geldnot verkauft werden müssten.  © Petra Hornig
Grünen-Fraktionschefin Agnes Scharnetzky (38) warnte vor falschen Schlussfolgerungen.  © Thomas Türpe

Mehrere Fraktionen üben Kritik an OB Dirk Hilbert

Stadtrat Dominik Hecker (52, BSW) findet, dass am Problem vorbeigeredet wird.  © Eric Münch

Stadträte mehrerer Fraktionen wohnten der symbolischen Auktion bei. Grünen-Fraktionschefin Agnes Scharnetzky (38) warnte in Richtung Hilbert: "Es ist sehr gefährlich, soziale Leistungen infrage zu stellen."

BSW-Stadtrat Dominik Hecker (52) fand, dass am Kern des Problems vorbeigeredet werde. "Der Bund hat den Verteidigungshaushalt massiv aufgeblasen, von dem Geld könnten Kommunen profitieren."

Stadtrat Patrick Probst (55, FDP) schlug vor, Förderprogramme des Bundes abzuschaffen. "Das Geld, das dadurch frei wird, sollte direkt an Städte und Gemeinden fließen."

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