Wölfe schlagen in Dresden zu: Mehr als ein Dutzend Schafe getötet

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Dresden - Mehrere Wolfsrisse haben Mitte August im Schönfelder Hochland für Unruhe unter Weidetierhaltern gesorgt. Innerhalb weniger Tage wurden mehr als ein Dutzend Schafe getötet oder verletzt. Die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) hat die Region inzwischen als Schwerpunktgebiet eingestuft. TAG24 hat nachgehakt.

Als die Halterin der Tiere am Morgen auf die Heide kommt, bietet sich ihr ein erschütterndes Bild: Einige Tiere sind bis auf die Knochen zerfleischt.
Als die Halterin der Tiere am Morgen auf die Heide kommt, bietet sich ihr ein erschütterndes Bild: Einige Tiere sind bis auf die Knochen zerfleischt.  © privat

Besonders betroffen war der Dresdner Ortsteil Cunnersdorf. Nach Angaben des LfULG und der Stadt Dresden auf TAG24-Anfrage wurden dort am 17. August sieben Schafe tot und ein weiteres schwer verletzt aufgefunden. Einen Tag später wurde erneut ein gerissenes Schaf entdeckt. Weitere Fälle wurden in der Umgebung registriert.

Für die Halterin der betroffenen Herde war der Anblick am Morgen ein Schock. Gegenüber TAG24 schildert sie: "In den Morgenstunden auf dem Weg zum Stall und unserer Koppel, fanden wir ein Schlachtfeld vor, sieben tote Tiere, fünf mit ersichtlichem Kehlbiss und die zwei anderen fast komplett aufgefressen."

Auch die übrigen Tiere der Herde waren von dem Angriff gezeichnet. "Der Rest unserer Herde stand verstört auf der Koppel, darunter noch ein verletztes Tier mit Kehlbiss, welches dann nach zwei Wochen verstorben ist", so die Besitzerin.

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Bei den untersuchten Fällen wurde der Wolf als Verursacher festgestellt. Die Angriffe ereigneten sich laut der Tierhalterin teilweise nur 20 bis 40 Meter von Wohnhäusern entfernt.

Die Vorfälle sorgen deshalb nicht nur bei den Weidetierhaltern für Verunsicherung. Auch Anwohner beobachten die Entwicklung mit Sorge. Eine Anwohnerin sagte gegenüber TAG24: "Für uns heißt das auch, dass die Wölfe den Menschen immer näher kommen und kaum noch Scheu haben."

Herdenschutz soll Wolfsrisse verhindern

Nach Angaben der Halterin soll sich das Wolfsrudel unter dem Zaun hindurchgegraben haben.
Nach Angaben der Halterin soll sich das Wolfsrudel unter dem Zaun hindurchgegraben haben.  © privat

Das LfULG ordnet die Nähe zu Wohngebieten allerdings anders ein. Ein Sprecher erklärt, dass es immer wieder vorkommen könne, dass Wölfe in unmittelbarer Nähe zu Gebäuden oder Siedlungen gesichtet werden oder dort Nutztiere töten. "Das ist keine neue Entwicklung und unproblematisch", so der Sprecher.

Wer einem Wolf begegnet, sollte nach Angaben der Fachstelle Ruhe bewahren, Abstand halten und das Tier nicht bedrängen. Zieht es sich nicht zurück, sollte man sich groß machen, laut werden und den Wolf notfalls mit Gegenständen vertreiben. Hunde sollten im Wolfsgebiet angeleint und bei einer Begegnung umgehend zurückgerufen werden.

Zudem weist das LfULG darauf hin, dass Wölfe niemals gefüttert werden dürfen. Auch offene Futterstellen, tierische Speisereste oder zugängliche Komposthaufen sollten vermieden werden, damit Wildtiere nicht angelockt werden.

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Bei den jüngsten Rissen spielt zudem der Herdenschutz eine wichtige Rolle. Ein Rissgutachter stellte nach Angaben der Stadt Dresden fest, dass die betroffenen Koppeln nicht ausreichend geschützt waren. In keinem der untersuchten Fälle sei der für einen Schadensausgleich erforderliche Mindestschutz vorhanden gewesen. Denn beim Schutz der Tiere gibt es klare Vorgaben - sowohl bei der Höhe als auch bei der Bauart der Zäune. Nur wenn der vorgeschriebene Mindestschutz eingehalten wird, kann es im Falle eines Wolfsübergriffs auch eine Entschädigungszahlung geben.

Auch die Halterin wurde darüber informiert, dass die Zäune nicht wolfssicher seien und die Nutztiere besser vor dem Wolf geschützt werden müssten. Einen entsprechenden Zaun zu errichten, hätte in ihrem Fall jedoch vermutlich wenig genutzt: "Unser Grundstück ist mit Wildzaun eingefriedet und die Schafe stehen nochmal in einem Stromnetz. Und das Wolfsrudel hat keine Mühen gescheut und hat unseren Zaun einen halben Meter untergraben", erzählt die Halterin.

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Schönfelder Hochland als Schwerpunktregion

Um wolfsbedingte Schäden zu reduzieren, hat der sächsische Landtag die "Änderung jagdrechtlicher und naturschutzrechtlicher Vorschriften" verabschiedet. (Symbolfoto)
Um wolfsbedingte Schäden zu reduzieren, hat der sächsische Landtag die "Änderung jagdrechtlicher und naturschutzrechtlicher Vorschriften" verabschiedet. (Symbolfoto)  © Bildmontage: Bernd Weißbrod/dpa, Jonny Linke

Ob für sämtliche Fälle derselbe Wolf oder dasselbe Rudel verantwortlich ist, steht bislang nicht fest.

Nach Angaben des LfULG liegen die betroffenen Gebiete im Einzugsbereich des Rudels "Dresdner Heide". Eine genetische Zuordnung der einzelnen Ereignisse liegt derzeit allerdings noch nicht vor. Eine Zugehörigkeit zu diesem Rudel gilt deshalb als wahrscheinlich, ist aber nicht gesichert.

Fest steht hingegen: Die Fachstelle Wolf betrachtet das Schönfelder Hochland inzwischen als Schwerpunktregion für die aktuellen Rissereignisse. Auch über die Region hinaus werden in Sachsen derzeit wieder vermehrt Wolfsrisse registriert.

Eine am Mittwoch vom sächsischen Landtag verabschiedete "Änderung jagdrechtlicher und naturschutzrechtlicher Vorschriften" soll eine Regulierung der Wolfsbestände ermöglichen, um wolfsbedingte Schäden zu reduzieren.

Titelfoto: Bildmontage: privat, Bernd Weißbrod/dpa

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