Zu wenige Besucher: Dresdens Zoo bekommt eine Millionenspritze

Dresden - Die finanzielle Not des Zoos wird immer schlimmer. Nachdem bereits im vergangenen Jahr eine halbe Million Euro außerplanmäßig zugeschossen werden musste, benötigt das städtische Unternehmen nun weitere Hilfe in Höhe von bis zu 1,55 Millionen Euro. Hauptgrund für die Schieflage: Es kommen viel weniger Besucher als erwartet. Ein neues Zukunftskonzept soll das ändern.

Die Eintrittserlöse bleiben auch in diesem Jahr weit hinter den Erwartungen zurück.  © Eric Münch

Die Hoffnungen in das im Juni 2024 eröffnete Orang-Utan-Haus als Besuchermagnet wurden enttäuscht. Statt geplanter 5,8 Millionen Euro Eintrittserlöse nahm der Zoo 2025 gerade mal 4,8 Millionen Euro ein.

Zoodirektor Karl-Heinz Ukena (55) sprach von einem "durchwachsenen Jahr" mit 492.500 Gästen. Zwar wurden die Prognosen fürs laufende Jahr gesenkt, doch auch die geplanten fünf Millionen Euro Eintrittserlöse werden laut jüngster Schätzung um rund 450.000 Euro verfehlt.

Letztlich benötigt der Zoo jetzt weitere Gelder, um sein prognostiziertes Minus auszugleichen: fast eine halbe Million Euro noch für das vergangene Jahr und über eine Million Euro fürs laufende Jahr - macht rund 1,55 Millionen Euro.

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Unabhängig davon erhält der Zoo bereits jährlich reguläre städtische Mittel in Höhe von bislang 2,8 Millionen Euro.

Die sollen künftig auf 3,8 Millionen Euro steigen. Der Zoo erwartet 2032 einen Zuschussbedarf von über 5,2 Millionen Euro.

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Zoodirektor Karl-Heinz Ukena (55) muss den Tierpark zukunftsfähig weiterentwickeln.  © Eric Münch
Hoffnungen als Besuchermagnet enttäuscht: Das Orang-Utan-Haus kostete 22 Millionen Euro.  © Norbert Neumann
Künftig könnten Abendveranstaltungen im Pinguin Café stattfinden. Die Weiße Flotte als Gastro-Pächter will zwei Millionen Euro investieren.  © Ove Landgraf

Neues Zukunftskonzept für Zoo Dresden

Solche Laufvögel, genannt Helmkasuare, will sich der Zoo neu anschaffen.  © picture alliance

Mit einem Zukunftskonzept will Ukena gegensteuern. Der Tierpark (13 Hektar groß, über 1000 Tiere, 200 Arten) soll kulturelle Institution, Kompetenzzentrum für Umweltbildung und Akteur im Naturschutz sein und "zu einem modernen, digital unterstützten Erlebnis und Bildungsort" weiterentwickelt werden, heißt es darin.

Haltungsbedingungen sollen optimiert werden, Abendveranstaltungen auch im Pinguin Café stattfinden, Kombi-Angebote (Gastro + Zootouren) neue Zielgruppen ansprechen. Es soll länger geöffnet bleiben, Tagestickets und Jahreskarten sollen teurer werden. Geplant sei auch eine erweiterte "Africa Lodge", der Neubau des Streichelgeheges in 2028 und eine neue Anlage für große Laufvögel (Helmkasuare).

Statt aus der Fehlkalkulation des Affenhauses zu lernen, plane man schon jetzt die Anschaffung neuer exotischer Tiere, kritisiert PVP-Stadträtin Anne Herpertz (27, Piraten).

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Sie plädiert für eine Entwicklung des Zoos in Richtung alternativer Freizeitaktivitäten für Familien und fordert "Innovationen ohne Tierleid". Dennoch gab der Finanzausschuss am Abend die neue Millionenhilfe mit klarer Mehrheit frei.

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