Läppische 3 Zentimeter Schnee: Droht dem Biathlon-Weltcup in Oberhof jetzt das Riesen-Fiasko?

Oberhof - Für Wintersport braucht man Schnee. Das weiß jedes Kind! Rund um Oberhof zählt das weiße Fundament kurz vor dem Biathlon-Weltcup jedoch zur Mangelware. Und die Wetter-Aussichten versprechen keine Hoffnung.

Graues Nicht-Winter-Wetter: Kurz vor dem Biathlon-Weltcup grünt's rund um Oberhof. Nur hier und da liegt mal ein bisschen Schnee. (Archiv-/Symbolbild)
Graues Nicht-Winter-Wetter: Kurz vor dem Biathlon-Weltcup grünt's rund um Oberhof. Nur hier und da liegt mal ein bisschen Schnee. (Archiv-/Symbolbild)  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Die Zahlen, die der Regionalverbund Thüringer Wald derzeit auf seiner Homepage angibt, sehen düster aus. Länge aller präparierten Loipen: 0,00 Kilometer; Länge aller präparierten Winter-Wanderwege: 0,00 Kilometer; Länge aller präparierten Skiwanderwege: ebenfalls 0,00 Kilometer.

Im Wintersportgebiet Oberhof gibt's derzeit viel Grün, nur eben so gut wie keinen Schnee zu sehen. Dabei sollen doch ab Donnerstag die weltbesten Ski-Jäger in der Arena am Rennsteig um Punkte kämpfen. Der Biathlon-Weltcup steht kurz bevor, rund um Oberhof steigt die Spannung, doch einzig Petrus erweist sich dieser Tage nicht gerade als Biathlon-Fan.

Laut Regionalverbund Thüringer Wald beträgt die Schneehöhe auf dem Berg derzeit läppische 3 Zentimeter! Der letzte Schnee fiel nach Angaben des Verbundes am 25. Dezember.

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Und wenige Tage vor dem Beginn des Weltcups dürfte es nicht besser werden. Im Gegenteil! "Mit einer lebhaften südwestlichen Strömung gelangt sehr milde Meeresluft nach Thüringen", teilt der Deutsche Wetterdienst am Montagvormittag mit.

Droht den Weltcup-Machern jetzt also das Riesen-Fiasko?

Trotz düsterer Prognosen: Organisatoren sehen keine Gefahr!

Im vergangenen Jahr spielte Petrus mit und sorgte auch rund um die Arena für das richtige Weltcup-Flair. (Archiv-/Symbolbild)
Im vergangenen Jahr spielte Petrus mit und sorgte auch rund um die Arena für das richtige Weltcup-Flair. (Archiv-/Symbolbild)  © Martin Schutt/dpa

Obwohl es derzeit schlechter kaum aussehen könnte, versprüht man seitens der Organisatoren Optimismus. "Die sechs Weltcup-Rennen am Grenzadler sind nicht in Gefahr - dank unserer unermüdlichen Helfer, dem ausgeklügelten Schneekonzept und den nachhaltigen Investitionen", heißt es auf der Facebook-Seite der Oberhofer Sport und Event GmbH - ein Beitrag, der auch vom Zweckverband Thüringer Wintersportzentrum geteilt wird.

In dem Beitrag spielt man auch auf das neue Beschneiungs-System an - eine Technik, die eine ganzheitliche Kunstschnee-Versorgung ermöglicht.

Zudem gewährleistet das neue Schneedepot auf Höhe der "Kulle-Kurve" den Organisatoren mehr Sicherheit. Nach einem nahezu perfekten Winter konnten laut Zweckverband Thüringer Wald allein in diesem Depot über 20.000 Kubikmeter Schnee deponiert werden.

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Und so soll es sie also doch geben: Die weiße Schlange mit wesentlich mehr als 3 Zentimetern Schnee - auf der am Donnerstag die Männer im Sprint (ab 14.15 Uhr) um Punkte kämpfen.

Ob es dann am Ende wirklich für gute Bedingungen reicht oder, ob so manche Runde am letzten Wettkampftag dann doch auf der letzten Rille gelaufen werden muss, wird sich zeigen. Eine Absage wie im Jahr 2016 wird es aber wohl nicht geben.

Eines ist jedenfalls jetzt schon klar: In der Arena am Rennsteig bleibt's wie schon im vergangenen Jahr relativ ruhig. Zuschauen ist wegen Corona nur vor der Flimmerkiste erlaubt.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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