Von David Hutzler
Erfurt - Kann Wärme aus sehr tiefen Gesteinsschichten für Energieversorgung genutzt werden? Um diese Frage zu beantworten, wird Erfurt demnächst einmal durchgerüttelt.
Voraussichtlich ab dem 23. März sind 17 sogenannte Vibrations-Lkw im Stadtgebiet unterwegs, hieß es von den Stadtwerken. Die Arbeiten dauern rund acht Wochen.
Die Maschinen sollen wenige Sekunden lang den Boden rütteln. Rund 20.000 Sensoren sollen die so entstehenden Schwingungen erfassen. So soll ein dreidimensionales Bild der Gesteinsschichten bis in Tiefen von 7000 Metern erstellt werden. Auf dieser Basis könne kommendes Jahr entschieden werden, ob und wo künftig Bohrungen für Tiefengeothermie stattfinden können.
Bei der Tiefengeothermie wird die Wärme von Gestein genutzt, um Wasser zu erwärmen und für die Heizung von Wohnungen einzusetzen. Die Stadtwerke hoffen, damit künftig umweltfreundliche Fernwärme gewinnen zu können.
Insgesamt werden rund 136 Quadratkilometern Stadtgebiet und Umland vermessen. Es handle sich um eine der größten geophysikalischen Untersuchungen, die jemals in Thüringen durchgeführt wurden, hieß es. Die Kosten belaufen sich auf rund 5,8 Millionen Euro.
Für Anwohner könnte es dabei vorübergehend lauter werden: Der Messbetrieb könne in etwa so laut sein wie ein Lkw unter Volllast, hieß es. Die Vibrationskraft entspreche etwa einem 22-Tonner. Sonntags seien keine Arbeiten geplant.