Illegale Prostitution und Bettelei: Mehr Polizei im Bahnhofsviertel gefordert

Frankfurt am Main - Illegale Straßenprostitution, aggressive Bettelei, offener Drogenkonsum auf den Bürgersteigen: Gastronomen und andere Gewerbetreibende aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel fordern von Stadt und Polizei ein schärferes Vorgehen.

Zwei junge Prostituierte aus Osteuropa warten im Schein einer Laterne auf der Kaiserstraße im Bahnhofsviertel von Frankfurt auf Kunden.
Zwei junge Prostituierte aus Osteuropa warten im Schein einer Laterne auf der Kaiserstraße im Bahnhofsviertel von Frankfurt auf Kunden.  © dpa/Boris Rössler

"Ich werde beleidigt und bespuckt, wenn ich kein Geld geben will", sagt Ayhan Erisik, Betreiberin eines Restaurants in der Kaiserstraße, über die Erfahrungen mit Bettlern.

Auch Gäste würden belästigt. Straßenprostitution finde direkt nebenan statt. "Hier müsste immer ein Polizeiauto stehen, dann würde das aufhören", sagt Erisik.

Vergangene Woche wurde eine Unterschriften-Aktion gestartet, online hatten bis Donnerstagnachmittag rund 900 Menschen unterschrieben.

"Mangelnde Sicherheit, Verschmutzung und die verstärkte Drogen-Kriminalität schrecken ab und schockieren Anwohner, Pendler, Touristen, unsere Gäste und Kunden, Familien und Alteingesessene", heißt es im Begleittext.

Gefordert werden eine stärkere Polizei-Präsenz, Strafen für Verschmutzung und ein Umdenken in der Drogenpolitik. Zu den Initiatoren gehören weitere Gastronomen und Gewerbetreibende aus dem Viertel.

Stadtrat Frank: "Es gibt keinen Ort in Frankfurt, an dem mehr Polizisten unterwegs sind"

Bettelnd ziehen Frauen mit ihren Kindern nachts über die Kaiserstraße im Bahnhofsviertel von Frankfurt.
Bettelnd ziehen Frauen mit ihren Kindern nachts über die Kaiserstraße im Bahnhofsviertel von Frankfurt.  © dpa/Boris Rössler

Die Stadt versichert, der Einsatz der Polizei sei bereits verstärkt worden, nachdem es im Sommer Beschwerden gegeben habe.

"Es gibt keinen Ort in Frankfurt, an dem mehr Polizisten und mehr Sozialarbeiter unterwegs sind", sagt Stadtrat Markus Frank (CDU). Gegen die im Bahnhofsviertel illegale Straßenprostitution würden verdeckte Ermittler eingesetzt.

Touristen und Berufstätige fehlten derzeit. Zugleich hätten soziale Einrichtungen wie Konsumräume für Drogenabhängige ihre Kapazitäten beschränkt.

"Wir hatten eigentlich eine tolle Entwicklung, aber durch Corona haben wir in unseren Bemühungen, das Viertel lebenswerter zu gestalten, einen herben Rückschlag erlitten", sagt Frank.

Titelfoto: dpa/Boris Rössler

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