Tausende Lichter gegen Antisemitismus zu Chanukka in Frankfurt

Frankfurt am Main - Mehrere Tausend Menschen haben am Abend des gestrigen Sonntags in Frankfurt Lichter gegen Antisemitismus entzündet.

Mehrere Tausend Menschen entzündeten am Sonntagabend am Mainufer in Frankfurt Lichter gegen den Antisemitismus.
Mehrere Tausend Menschen entzündeten am Sonntagabend am Mainufer in Frankfurt Lichter gegen den Antisemitismus.  © Helmut Fricke/dpa

Sie bildeten für eine halbe Stunde eine stille Menschenkette entlang des Mainufers - und hatten verschiedene Lichtquellen dabei.

Wie eine Sprecherin der Katholischen Stadtkirche mitteilte, hielten sie Kerzen in den Händen, brachten Lichter in Gläsern und Schüsseln mit, leuchteten mit Taschenlampen, schwenkten Fackeln, trugen blinkende Mützen oder entzündeten Osterkerzen und Grablichter.

Die Polizei sprach von bis zu 4000 Teilnehmenden - die Kirchen-Sprecherin von rund 6000 Menschen. Sie standen an der rund einen Kilometer langen Strecke zwischen Eisernem Steg und Ignatz-Bubis-Brücke.

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"Wir sind sehr glücklich, dass so viele Menschen gekommen sind. Die Stimmung war sehr friedlich", erklärten die Veranstalter. Aufgerufen zur Aktion hatten verschiedene Kulturinstitutionen der Stadt sowie die Katholische Akademie Rabanus Maurus und die Evangelische Akademie.

Seit dem Terrorangriff der Hamas in Israel gebe es in Deutschland wieder vermehrt antisemitische Propaganda, gegen die ein Zeichen der Solidarität gesetzt werden solle, sagte eine Sprecherin der Veranstalter.

Bei einer weiteren Aktion wurde am Opernplatz ein Chanukka-Leuchter entzündet.
Bei einer weiteren Aktion wurde am Opernplatz ein Chanukka-Leuchter entzündet.  © Helmut Fricke/dpa

Chanukka-Leuchter am Opernplatz entzündet

Mit dem Lichterfest wird der Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v. Chr. gedacht.
Mit dem Lichterfest wird der Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v. Chr. gedacht.  © Helmut Fricke/dpa

Bei einer weiteren Veranstaltung auf dem Opernplatz entzündeten Frankfurts Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) und zwei Rabbiner einen Chanukka-Leuchter. Dort startete eine Chanukka-Feier mit Gebeten und Gesängen.

Chanukka - oder Lichterfest - ist ein acht Tage dauerndes jährliches jüdisches Fest zum Gedenken an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v. Chr.

Die Menora, der siebenarmige Leuchter im Tempel, sollte niemals erlöschen. Doch das Öl reichte nur für einen Tag. Für die Herstellung neuen geweihten Öls wurden acht Tage benötigt. Durch ein Wunder habe das Licht jedoch acht Tage gebrannt, bis das Öl hergestellt worden war.

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Daran erinnern die acht Lichter des Leuchters. Jeden Tag wird ein Licht mehr angezündet, bis am Ende alle acht brennen.

Titelfoto: Bildmontage: Helmut Fricke/dpa, Helmut Fricke/dpa

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