Frankfurt am Main - Aufregung nahe dem Hauptbahnhof der Mainmetropole: Die Polizei hat am Dienstagnachmittag in Frankfurt auf einen Mann geschossen. Beamte und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort im Einsatz.
Laut Zeugen sollen die Schussgeräusche gegen 16 Uhr zu hören gewesen sein. Ein Mann wurde den Reportern der Deutschen Presse-Agentur zufolge am Boden liegend auf einem Vorplatz behandelt.
Zur Identität des Mannes, der von Einsatzkräften erstversorgt wurde, und zur Schwere seiner Verletzungen liegen noch keine Informationen vor.
Er war bei Bewusstsein und wurde nach einer Erstversorgung in ein Krankenhaus transportiert.
Zu den Hintergründen des Vorfalls am Kaisertor teilte das Landeskriminalamt am Abend mit, dass der Mann vor den Schüssen einen Beamten bei einer Kontrolle mit einem spitzen Gegenstand attackiert und verletzt habe. "Daraufhin machte der Polizeibeamte von seiner Schusswaffe Gebrauch."
Der Straßenbahnverkehr musste zwischenzeitlich gestoppt, der Bereich entsprechend abgesperrt werden.
Hessens Innenminister Roman Poseck lobt Polizei, Landeskriminalamt hat Ermittlungen aufgenommen
Hessens Innenminister Roman Poseck (56, CDU), der im Mai von unzumutbaren Zuständen im Bahnhofsviertel gesprochen hatte, erklärte: "Nach meiner ersten Einschätzung hat die Polizei besonnen und professionell reagiert." Der Gebrauch von Schusswaffen durch die Beamtinnen und Beamten sei "in besonderen Situationen unumgänglich, auch zum Selbstschutz".
Aufgrund der grassierenden Drogenprobleme ist der Bereich rund um den Bahnhof ein wiederholtes Ziel von Aktionen der Polizei. Diese war auch am Dienstagnachmittag im Einsatz. Die Landesregierung will dadurch die Sicherheit verbessern.
Das hessische Landeskriminalamt hat die Ermittlungen zu dem Vorfall auf dem Platz gegenüber dem Hauptbahnhof aufgenommen. Es handelt sich um ein übliches Vorgehen, wenn eine Schussabgabe durch Polizeikräfte erfolgt ist.
Erstmeldung: 16.57 Uhr, zuletzt aktualisiert: 20.09 Uhr