Kirche wird zur Bühne: St. Pauli traut sich Bach

Hamburg - Hochkultur trifft Kiez: Am 14. und 15. November 2026 wird die St. Pauli Kirche zur Eventlocation. Unter dem Titel "Wo das Licht den Klang berührt" bringen der Kammerchor St. Pauli und das Bach-Orchester St. Pauli Johann Sebastian Bachs berühmte h-Moll-Messe auf die Bühne. Begleitet wird das Konzert von einer eigens entwickelten Lichtdramaturgie.

Tina Schneeweiß leitet den von ihr gegründeten Kammerchor St. Pauli bereits seit 17 Jahren.  © Swanhild Kruckelmann

Bachs h-Moll-Messe gilt als eines der bedeutendsten Werke der Musikgeschichte. Für Kantorin Tina Schneeweiß, die den Kammerchor St. Pauli leitet, ist die Aufführung deshalb weit mehr als ein gewöhnliches Konzert.

Seit 2015 gehört die Messe zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Sie selbst aufführen zu dürfen, sei für evangelische Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker eine Ehre, so Schneeweiß.

Dass ein solches Werk ausgerechnet auf St. Pauli erklingt, passe dabei besser, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Hier, wo das Reeperbahn-Festival für musikalische Vielfalt steht, soll auch die klassische Hochkultur ihren Platz haben.

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Für Schneeweiß ist genau das eine Frage des Mutes: Eine Kirchengemeinde, die nicht zu den Hauptkirchen gehört, wagt eine aufwendige Aufführung und nimmt ein solches Werk ins Programm.

"Dieser Mut mag auf St. Pauli nicht verwundern, das Angebot eines Hochkultur-Programms vielleicht schon", so die Kantorin. Die h-Moll-Messe neben das Reeperbahn-Festival zu stellen und beides gleichermaßen wertzuschätzen, sei Teil dieser Haltung.

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Wenn die Kirche selbst zur Bühne wird

Die St. Pauli Kirche gab dem heutigen Hamburger Kult-Stadtteil im Jahr 1833 ihren Namen.  © Jonas Walzberg/dpa

Doch nicht nur die Musik soll an den Abenden im Mittelpunkt stehen. Die historische St. Pauli Kirche wird selbst Teil der Inszenierung.

Ihr Boden aus Schiffsplanken und ihr hölzernes Gewölbe erzählten von der Geschichte des Ortes und böten zugleich einen besonderen Raum für den Klang von Bachs Werk.

Ein eigens entwickeltes Lichtkonzept soll Musik und Architektur miteinander verbinden. Die Lichtdramaturgie stammt dabei von Christin Lewke und Kaspar von Bremen vom Thalia Theater.

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Die Verbindung von Bach, Licht und St. Pauli ist für Schneeweiß auch die Erfüllung eines persönlichen Wunsches.

Mit der Lichtinszenierung soll ein Stück Festival-Flair in die Welt der klassischen Musik einziehen und einen Dialog zwischen Klang, Licht und Raum entstehen lassen, der neue Zugänge zu einem jahrhundertealten Meisterwerk eröffnet.

Die Konzerte finden am 14. und 15. November 2026, jeweils um 19 Uhr, in der St. Pauli Kirche statt. Tickets gibt es unter konzertkassegerdes.de oder über eventim. 

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