Hamburgs Subkultur am Abgrund? Kreativer Protest "Club mal anders" startet heute

Hamburg - Hamburgs Clubszene steht unter Druck: Steigende Kosten, sinkende Besucherzahlen und eine unsichere Zukunft machen vielen zu schaffen. Doch statt aufzugeben, setzen die Betreiber auf Kreativität und Gemeinschaft.

Die Initiative "Club mal anders" will nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen und mobilisieren. (Symbolfoto)
Die Initiative "Club mal anders" will nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen und mobilisieren. (Symbolfoto)  © Sophia Kembowski/dpa

Laut einer aktuellen Umfrage des Clubkombinats Hamburg sehen sich rund ein Drittel der Veranstalter in ihrer Existenz bedroht, wie ein NDR-Bericht zeigt. Fast jeder fünfte Club erwägt, den Betrieb in den nächsten zwölf Monaten einzustellen.

Diese Zahlen verdeutlichen, mit welchen Herausforderungen die Szene kämpft.

Doch statt aufzugeben, suchen die Betreiber immer neue Wege, um sichtbar zu bleiben und ihre Bedeutung für die Stadtgesellschaft zu unterstreichen. Genau hier setzt die Initiative "Club mal anders" an, die am heutigen Mittwoch startet und bis 25. Mai läuft.

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Mit dieser kreativen Veranstaltung soll die Vielfalt und das kulturelle Potenzial der Clubs in den Fokus gerückt werden. Denn die Feierszene ist mehr als nur Partys und DJ-Sets - sie ist ein wichtiger Bestandteil der Hamburger Kultur.

Warum steckt Hamburgs Clubszene in der Krise?

Unter anderem stehen ein Hörspaziergang durch das Karoviertel und ein Open-Air-Konzert im Phoxxi Green Area auf dem Programm.
Unter anderem stehen ein Hörspaziergang durch das Karoviertel und ein Open-Air-Konzert im Phoxxi Green Area auf dem Programm.  © Fotomontage: Instagram/clubkombinat

Wie der NDR berichtet, sind viele Locations mit steigenden Mieten, hohen Energiekosten und immer strenger werdenden Auflagen konfrontiert. Dazu kommen der Fachkräftemangel und der Wandel im Freizeitverhalten vieler junger Menschen.

Diese Entwicklung ist fatal - nicht nur für die Szene selbst, sondern für das kulturelle Leben der ganzen Stadt. Clubs sind nämlich auch Begegnungsorte, soziale Treffpunkte und Experimentierfelder für neue Musik und Kunst. Ihre Schließung würde Hamburg kulturell deutlich ärmer machen.

Die Macher von "Club mal anders" wollen auf spielerische und kreative Weise zeigen, wie viel kulturelles Potenzial im Hamburger Nightlife steckt. Die Aktionswoche bietet spannende Events wie Minigolf mit Live-DJs, musikalische Escape Rooms oder Hörspaziergänge.

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Die ungewöhnlichen Programme brechen bewusst mit dem traditionellen Clubbetrieb. Ziel ist es, neue Zielgruppen zu erreichen und das Image der "Nachtkathedral" neu zu definieren.

(Weitere Infos zur Veranstaltung findest Du unter clubkobinat.de)

Titelfoto: Sophia Kembowski/dpa

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