Lärmschutz in Hamburg: Auf diesen Straßen kommt bald Tempo 30

Hamburg - Es soll leiser werden in Hamburg. Das soll vor allem durch nächtliche Tempolimits erreicht werden. Dazu hat der rot-grüne Senat am Dienstag die dritte Stufe des Lärmaktionsplan (LAP) beschlossen.

Diese Verkehrsschilder sind bald häufiger in Hamburg zu sehen. (Symbolbild)
Diese Verkehrsschilder sind bald häufiger in Hamburg zu sehen. (Symbolbild)  © Arne Dedert/dpa

Der Plan sieht die Einführung von Tempo 30 nachts ab Mitte 2022 an 20 Straßenabschnitten vor. Das Tempolimit soll zwischen 22 und 6 Uhr gelten. In einem weiteren Schritt soll ab voraussichtlich 2024 auf weiteren 67 Straßenabschnitte die Höchstgeschwindigkeit ebenfalls nachts gedrosselt werden.

An diesen Strecken wurde eine hohe Lärmbelastung festgestellt. Die Maßnahmen verspricht ein Minderungspotenzial von 3 Dezibel – das entspreche der Halbierung des Lärmpegels. Anwohner sollten davon also profitieren.

Außerdem sieht der Lärmaktionsplan erstmalig die Einrichtung von 15 sogenannten "Ruhigen Gebieten" vor, die mindestens 50 Hektar groß sind. Darin sollen Erholungssuchende möglichst frei von Lärmbelästigung sein. In diesen Gebieten und deren Umfeld muss bei Planungen eine Lärmzunahme verhindert werden. Die Zahl kleinerer innerstädtischer "Ruheinseln" steigt von 26 auf 29.

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Die dritte Stufe des Lärmaktionsplans sei ein großer Beitrag zum Erhalt der Lebensqualität in der Stadt, meint Umweltsenator Jens Kerstan (55, Die Grünen). "In Hamburg sind 107.000 Menschen am Tage durch Straßenverkehr Lautstärken von über 65 dB ausgesetzt. Nachts sind es sogar 130.000 Menschen, die von Lautstärken über 55 dB betroffen sind. Das sind Umweltprobleme, die wir nicht überhören können und dürfen."

Für mehrere Zehntausende Menschen bedeute das nun beschlossene nächtliche Tempolimit eine spürbare Verbesserung.

In diesen Bereichen kommt nächtliches Tempo 30 ab Mitte 2022

Auf einem Teilstück der Eiffestraße gilt bereits nachts Tempo 30. (Archivbild)
Auf einem Teilstück der Eiffestraße gilt bereits nachts Tempo 30. (Archivbild)  © Axel Heimken/dpa

Auf diesen 20 Straßenabschnitten soll am Mitte 2022 zwischen 22 und 6 Uhr die Höchstgeschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt werden. Davon sollen 4640 Bürger profitieren. Hinter den Abschnitten steht in Klammern die Anzahl der Anwohner.

  • B73 Stader Straße/ Buxtehuder Straße zwischen Eißendorfer Pferdeweg bis ca. 50 m östlich der Feuerwehr (422)
  • B5 Eiffestraße zwischen Grevenweg und Beltgens Garten (218)
  • Hammer Steindamm zwischen Caspar-Voght-Straße und Sievekings Allee (166)
  • B75 - Bremer Straße zwischen Hohe Straße und Eißendorfer Mühlenweg (158)
  • B5 Herderstraße zwischen Grillparzer Straße und Mozartstraße (190)
  • Schulterblatt zwischen der Bahnlinie bis zur Schanzenstraße (255)
  • Caspar-Voght-Straße zwischen Hammer Steindamm und Sievekingsallee (318)
  • Habichtstraße/Lauensteinstraße zwischen Jahnbrücke und Bramfelder Straße (754)
  • Mühlenkamp zwischen Semperstraße und Körnerstraße (247)
  • Ostfrieslandstraße zwischen Dangasker Weg (Bogen) und Steendiek (197)
  • Ritterstraße/Wagnerstraße zwischen Wandsbeker Chaussee und Blumenau (117)
  • Davidstraße zwischen Spielbudenplatz und Bernhard-Nocht-Straße (108)
  • Finkenwerder Norderdeich zwischen Steendiek und Brunnenstieg (47)
  • Bramfelder Straße zwischen Drosselstraße und Habichtstraße (207)
  • B5 Winterhuder Weg zwischen Mozartstraße und Beethovenstraße (233)
  • Bramfelder Chaussee zwischen Bramfelder Dorfplatz und Steilshooper Allee (164)
  • Barmbeker Straße zwischen Ohlsdorfer Straße und Dorotheenstraße (169)
  • B75 Wandsbeker Zollstraße/Ahrensburger Straße zwischen Holstenhofweg und Holzmühlenstraße (347)
  • B75 Ahrensburger Straße zwischen Ostende und Holstenhofweg (239)
  • Lokstedter Weg zwischen B433 Tarpenbekstraße und Eppendorfer Landstraße (84)

Zur Umsetzung des Plans müssen neue Straßenschilder aufgestellt und die Ampeln umprogrammiert werden.

Voraussichtlich 2024 sollen dann weitere 67 Straßenabschnitte hinzukommen – wenn die Finanzierung gesichert ist.

Das sind die Ruhigen Gebiete in Hamburg

Auch der Ohlsdorfer Friedhof wird zum Ruhigen Gebiet erklärt. (Archivbild)
Auch der Ohlsdorfer Friedhof wird zum Ruhigen Gebiet erklärt. (Archivbild)  © Daniel Reinhardt/dpa
  • Eißendorfer Forst
  • Forst Sunder und Stuck
  • Staatsforst Haake
  • Neugrabener und Fischbeker Heide
  • Schlickhügel Francop
  • Parkfriedhof Ohlsdorf
  • Volksdorfer Wald
  • Klövensteen
  • Friedhof Öjendorf
  • Wittmoor
  • Boberger Niederung
  • Höltigbaum
  • Kirchwerder Wiesen
  • Die Reit
  • Duvenstedter Brook West

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

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