Von Bernhard Sprengel
Hamburg - Zur Bekämpfung von Waschbären schlägt die Hamburger CDU-Fraktion eine Kastration der Tiere vor.
Zwar unterliege der Waschbär seit 1993 in Hamburg dem Jagdrecht, eine Bejagung sei aber in Stadtgebieten kaum möglich und stoße nur auf eine geringe Akzeptanz in der Bevölkerung, argumentiert die Bürgerschaftsfraktion in einem Antrag.
Dabei bringe eine unkontrollierte Vermehrung Probleme mit sich: Die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Raubtiere richteten Schäden an Gebäuden an, plünderten Vogelbrutplätze und übertrügen Parasiten.
Der Senat solle darum die rechtliche Grundlage für ein Pilotprojekt zur Kastration prüfen.
In Hessen war im August ein ähnliches Projekt nach kurzer Zeit wieder gestoppt worden. Ein Team aus rund 30 Ehrenamtlichen und zehn Tierärzten hatte Waschbären im Stadtgebiet von Kassel gefangen und sterilisiert.
Anschließend wurden die Tiere wieder in die Freiheit entlassen. So sollte die Population zunächst stabil gehalten und später sogar reduziert werden.
Der hessische Landesjagdverband monierte, dass chirurgische Eingriffe an Wildtieren ohne Genehmigung nicht vorgenommen werden dürften.
Darüber hinaus basiere das Projekt auf Annahmen, die wissenschaftlich eindeutig widerlegt seien.
Waschbären dürfen nicht wieder freigelassen werden
Ferner sei die Freisetzung invasiver Arten nach dem Fang durch eine EU-Verordnung und das Bundesnaturschutzgesetz ausdrücklich untersagt.
Auch die Hamburger CDU-Fraktion sieht dieses rechtliche Problem. Auffangstationen, die verletzte oder verwaiste Waschbären aufnehmen, seien häufig überfüllt, da die Tiere nicht wieder ausgesetzt werden dürfen.
Allerdings scheint sich die Invasion dieser Raubtierart in Hamburg bisher in Grenzen zu halten. Zum Waschbär lägen in einzelnen Jahren nur Einzelnachweise vor, hatte der Senat im August erklärt.
Es handele sich um Zufallsmeldungen, aus denen sich keine Bestands- oder Populationsentwicklungen ableiten ließen.
Die CDU-Fraktion räumt in ihrem Antrag selbst ein: "In Hamburg ist die Population derzeit noch überschaubar."