Mieter werden nach Horror-Abriss weiter alleine gelassen: Demo vor Büro des Eigentümers geplant

Hamburg - Knapp sechs Wochen nach dem Teilabriss des umkämpften Altbaus in der Holstenstraße können die Bewohnerinnen und Bewohner noch immer nicht aufatmen. Weder ein Gerüst steht, noch das Hab und Gut konnte geborgen werden.

Nach dem Teilabriss der Holstenstraße 197 wurde das Hab und Gut der Bewohnerinnen und Bewohner im Schutt begraben.  © Christian Charisius/dpa

Man gehe inzwischen nicht mehr davon aus, dass der Eigentümer der Hausnummer 197 wirklich interessiert daran scheint, eine konkrete Perspektive für die Sicherung und den Wiederaufbau des denkmalgeschützten Hauses zu eröffnen.

Aus diesem Grund ruft die betroffene Hausgemeinschaft nun zu einer Demonstration vor dem Büro des Eigentümers auf.

"Uns ging zeitweise komplett die Energie aus nach den ganz schön strapaziösen Wochen. Wir haben aber jetzt wieder ein wenig Energie getankt und sind aktionsfreudig geworden", erklärten die Verantwortlichen gegenüber TAG24.

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Am 24. September treffe man sich um 18 Uhr vor den Geschäftsräumen in der Straße Eppendorfer Baum 9.

"Wir haben unser Zuhause von einem Tag auf den anderen verloren. Seitdem warten wir darauf, dass alles dafür getan wird, wenigstens das zu retten, was noch da ist. Wir wollen nicht länger hingehalten werden. Unsere Sachen müssen geborgen, das Haus gesichert und eine Perspektive für den Wiederaufbau geschaffen werden", macht Richard von der Schulenburg - Bewohner des Hauses - klar.

Bei der Kundgebung soll es allerdings nicht nur um den Fall in der Holstenstraße 197 gehen, heißt es außerdem.

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Abriss müsse Konsequenzen haben: "Wer profitiert, muss Verantwortung übernehmen"

Für Donnerstag ist eine Demonstration vor dem Büro des Eigentümers geplant.  © Lilli Förter/dpa

Man wolle mit der Aktion grundsätzlich ein Zeichen hinsichtlich des generell knappen Wohnraums in der Hansestadt setzen.

Schließlich stünden seit der Abrissaktion vor allem Fragen wie: "Welche Verantwortung tragen Eigentümer für den Erhalt ihrer Häuser und gegenüber den Menschen, die darin leben" noch präsenter im Raum als ohnehin schon.

"Das Haus darf nicht zu einem weiteren Beispiel dafür werden, dass mit Wohnraum Gewinne gemacht werden, Verantwortung aber dort endet, wo es teuer wird", erklärt Marc Meyer, Anwalt der Mieterinnen und Mieter der Holstenstraße 197.

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"Wer über Jahre von einer Immobilie profitiert, muss auch Verantwortung übernehmen. Dazu gehört, alles für den Erhalt und Wiederaufbau zu tun und den Menschen, die dort gelebt haben, die Rückkehr in ihr Zuhause zu ermöglichen", so der Jurist weiter.

Die Hausgemeinschaft möchte erreichen, dass aus ihrem Fall Konsequenzen gezogen werden und sich etwas Vergleichbares nicht wiederholt.

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