Paloma-Viertel St. Pauli: Bauanträge noch nicht eingereicht

Hamburg - Seit Jahren herrscht im Hamburger Paloma-Viertel vor allem eins: Stillstand. Nachdem im Oktober zumindest der Bebauungsplan für die Fläche im Zentrum des Stadtteils St. Pauli unterschrieben wurde, stehen nun wichtige Anträge der Bauherrin aus.

Seit Jahren versperrt ein massiver Bretterzaun den Blick auf die Brachfläche, die direkt am Spielbudenplatz liegt.
Seit Jahren versperrt ein massiver Bretterzaun den Blick auf die Brachfläche, die direkt am Spielbudenplatz liegt.  © Christian Charisius/dpa

Die Bayerische Hausbau als Eigentümerin habe die Bauanträge für das Paloma-Viertel noch nicht eingereicht, teilte das Bezirksamt Mitte auf Nachfrage mit.

"Wir stehen jedoch mit der Bayerischen Hausbau in gutem konstruktivem Austausch und haben die Information erhalten, dass diese derzeit die Bauantragspläne überarbeitet und auf den aktuellen Stand der derzeitigen Gesetzeslage bringt", sagte eine Behördensprecherin dazu.

Beiden Seiten sei daran nach wie vor gelegen, dass das Projekt weiter vorangehe.

Hamburg: Vorteile für die Polizei: Europaweit erster "dronePort" in Hamburg eröffnet
Hamburg Vorteile für die Polizei: Europaweit erster "dronePort" in Hamburg eröffnet

"Es handelt sich hier jedoch um ein sehr komplexes Vorhaben, das vielerlei Herausforderungen mit sich bringt, wie beispielsweise die Rückkehr des Clubs Molotow, das Baufeld für genossenschaftliches Wohnen oder auch die Dachflächen, die vielseitig für die Öffentlichkeit bespielt werden sollen."

Paloma-Viertel St. Pauli: Wird das Gelände doch wieder verkauft?

Ein Foto der ehemaligen Esso-Häuser hängt an dem geschlossenen Infohäuschen der "Planbude" neben dem brachliegenden Areal der ehemaligen Esso-Häuser im Paloma-Viertel an der Reeperbahn auf St. Pauli. 2014 wurden die berühmten Esso-Häuser an der Hamburger Reeperbahn abgerissen, seitdem liegt das Areal brach.
Ein Foto der ehemaligen Esso-Häuser hängt an dem geschlossenen Infohäuschen der "Planbude" neben dem brachliegenden Areal der ehemaligen Esso-Häuser im Paloma-Viertel an der Reeperbahn auf St. Pauli. 2014 wurden die berühmten Esso-Häuser an der Hamburger Reeperbahn abgerissen, seitdem liegt das Areal brach.  © Christian Charisius/dpa

Nach derzeitigem Stand können nicht nur der Musikclub, sondern auch alle ehemaligen Gewerbetreibenden nach Abschluss des Neubaus wieder ins Paloma-Viertel zurückkehren - wenn sie wollen. Eine entsprechende Option habe die Bauherrin den Geschäften angeboten.

Ein Verkauf des Geländes steht den Angaben zufolge indes nicht akut im Raum, wird aber auch nicht ausgeschlossen. "Dass für uns alle Optionen denkbar sind - ist grundsätzlich unser Geschäftsgebaren: Wir prüfen dies bei all unseren Projekten und Objekten", hieß es dazu von der Bayerischen Hausbau. Das sei auch immer so kommuniziert worden.

Dennoch: "Hier ist die finale Entscheidung noch nicht gefallen. Vielmehr konzentrieren wir uns derzeit auf die Überarbeitung und Aktualisierung der Planungsunterlagen." Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Der Blick auf das Gelände, auf dem das Paloma-Viertel entstehen soll. Im Hintergrund die Hochhäuser der sogenannten Hafenkrone auf St. Pauli.
Der Blick auf das Gelände, auf dem das Paloma-Viertel entstehen soll. Im Hintergrund die Hochhäuser der sogenannten Hafenkrone auf St. Pauli.  © Christian Charisius/dpa

Paloma-Viertel St. Pauli: Vorzeigeprojekt, das zum Kiez passen soll

Auf einer Fläche von rund 6000 Quadratmetern sollen rund 200 neue Wohnungen entstehen, davon mehr als 60 Prozent öffentlich geförderte Mietwohnungen und Baugemeinschaften, Gewerbe, Einzelhandel und Kiez-Clubs.

Wann mit dem Bau begonnen werden kann, stehe jedoch noch nicht fest. Bis ein Bauantrag genehmigt wird, vergehen in der Regel noch einmal Monate. Seit 2014 wird bereits um die Ausgestaltung des neuen Quartiers gerungen, das in jeder Hinsicht zum weltberühmten Kiez passen soll.

Kleine Geschäfte, Bars, Clubs, eine Stadtteilkantine als sozialer Treffpunkt, Nahversorgung und Wohnraum auch für sozial Schwache - all das soll das Vorzeigeprojekt möglich machen.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

Mehr zum Thema Hamburg: