300.000 Menschen beim CSD in Hamburg! "Ein sehr lautes Signal in die Republik!"

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Hamburg - Rund 300.000 Menschen haben nach Angaben von Polizei und Veranstaltern an der 46. Ausgabe des CSD ind Hamburg teilgenommen. Unter dem Motto "Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!" zogen die Teilnehmenden durch die Innenstadt und setzten ein Zeichen für Vielfalt, Zusammenhalt und die Rechte queerer Menschen. Im vergangenen Jahr waren etwa 260.000 Menschen dabei.

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (49, SPD, 2. v. l.) zusammen mit den Vorsitzenden von Hamburg Pride und Drag-Ikone Olivia Jones (56) beim CSD in Hamburg.
Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (49, SPD, 2. v. l.) zusammen mit den Vorsitzenden von Hamburg Pride und Drag-Ikone Olivia Jones (56) beim CSD in Hamburg.  © Georg Wendt/dpa

Im Vorfeld hatten die Organisatoren von "Hamburg Pride" nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin am vergangenen Wochenende noch einmal verstärkt zur Teilnahme aufgerufen. "Jetzt erst recht", lautet die Botschaft des Vereins.

Auch Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (49, SPD) rief zur Solidarität auf. Gegenüber TAG24 sagte sie: "Der CSD ist immer wichtig. Es ist eine Demonstration für Freiheit, für Vielfalt, für Akzeptanz. Und gerade nach dem letzten Wochenende heißt es heute umso mehr: Flagge zeigen [...]!"

Fegebank betonte weiter: "Von Hamburg wird heute ein sehr, sehr buntes, ein sehr, sehr lautes Signal in die Republik gehen. Wir sind stabil, wir stehen zusammen, an der Seite, für und mit der queeren Community."

Innensenator Grote sieht in Verbot von Muslim Interaktiv Schlag gegen TikTok-Islamismus
Hamburg Politik Innensenator Grote sieht in Verbot von Muslim Interaktiv Schlag gegen TikTok-Islamismus

Persönlich wünsche sie sich, dass queere Menschen gleiche Rechte hätten und frei sowie ohne Angst leben könnten. Dafür müsse sich die Politik auf allen Ebenen einsetzen. Dazu gehöre für die SPD-Politikerin auch eine Erweiterung von Artikel 3 des Grundgesetzes um das Merkmal der sexuellen Identität.

"Liebe ist so viel stärker, so viel mächtiger als Hass", betonte Fegebank. Es sei eine gesellschaftspolitische Aufgabe, bei der nicht nur die queere Community gefordert sei, sondern alle Menschen.

Viele Teilnehmende gaben sich wieder besonders viel Mühe bei ihren außergewöhnlichen Outfits und setzten damit zugleich sichtbare Botschaften für Vielfalt, Toleranz und die Rechte der queeren Community.
Viele Teilnehmende gaben sich wieder besonders viel Mühe bei ihren außergewöhnlichen Outfits und setzten damit zugleich sichtbare Botschaften für Vielfalt, Toleranz und die Rechte der queeren Community.  © Alice Nägle/TAG24
Rund 300.000 Menschen haben am CSD in Hamburg teilgenommen.
Rund 300.000 Menschen haben am CSD in Hamburg teilgenommen.  © Citynewstv

CSD in Hamburg: "Eine gewisse Unsicherheit schwingt da auf jeden Fall noch mit!"

Model und Autor Felix Nieder (33) am Samstag beim CSD in Hamburg.
Model und Autor Felix Nieder (33) am Samstag beim CSD in Hamburg.  © Alice Nägle/TAG24

Bereits vor Beginn der Demonstration versammelten sich die Teilnehmenden am Samstag gegen 11 Uhr am Sammelplatz an der Lübecker Straße. Dort liefen die letzten Vorbereitungen, bevor sich der Demonstrationszug um 12 Uhr in Bewegung setzte.

Auch der CSD Berlin war in Hamburg mit einem eigenen Wagen vertreten. Die kurzfristige Teilnahme mit Wagen Nummer 36 sollte zeigen, dass sich die Community nicht einschüchtern lässt. Aus Respekt vor den Opfern des Angriffs trugen die Mitfahrenden auf dem Berliner Truck dunkle Kleidung.

Die rund vier Kilometer lange Strecke führte über Steindamm, Adenauerallee, Steinstraße, Mönckebergstraße und den Glockengießerwall bis zur Lombardsbrücke durch die Innenstadt. Anschließend wird auf dem Rathausmarkt und an der Binnenalster bis Sonntag weitergefeiert.

Wie schon 2015: Hamburger sagen wieder "Nein" zu Olympia - "Herbe Enttäuschung"
Hamburg Politik Wie schon 2015: Hamburger sagen wieder "Nein" zu Olympia - "Herbe Enttäuschung"

Nach Angaben von Hamburg Pride hatten sich 120 Gruppen für die Teilnahme angemeldet, darunter 80 Fußgruppen. So viele wie nie zuvor, so der Verein. Auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten waren bei der Demo dabei. Unter ihnen sind Drag-Ikone Olivia Jones (56) und Model sowie Autor Felix Nieder (33).

"Wir müssen uns erinnern, dass der CSD eine Demo ist. Ich weiß, wir wollen Spaß haben, wir wollen mit Freunden sein, vielleicht auch mal etwas trinken, aber am Ende des Tages müssen wir für unsere Rechte einstehen, einmal mehr, weil wir sehen, wie oft immer noch Attentate auf queere Rechte ausgeübt werden", so Nieder gegenüber TAG24.

Eine Woche nach dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) nahm auch eine Delegation aus der Hauptstadt mit einem eigenen Truck an der Hamburg Pride teil. Insgesamt fuhren bei der Parade 60 Lastwagen mit.
Eine Woche nach dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) nahm auch eine Delegation aus der Hauptstadt mit einem eigenen Truck an der Hamburg Pride teil. Insgesamt fuhren bei der Parade 60 Lastwagen mit.  © Stefan Flomm/dpa
Die Polizei Hamburg verdoppelte ihre Einsatzkräfte beim CSD in Hamburg, auch wenn es nach eigenen Angaben keine konkreten Gefährdungshinweise gibt.
Die Polizei Hamburg verdoppelte ihre Einsatzkräfte beim CSD in Hamburg, auch wenn es nach eigenen Angaben keine konkreten Gefährdungshinweise gibt.  © Georg Wendt/dpa

Auf die Frage, ob er sich nach dem Angriff in Berlin heute sicher fühle, antwortete Nieder: "Ich bin ehrlich: Eine gewisse Unsicherheit schwingt da auf jeden Fall noch mit." Er vertraue jedoch der Polizei Hamburg, die ihr Aufgebot nach eigenen Angaben aufgrund der Ereignisse in Berlin noch einmal verdoppelt hat.

Erstmeldung am 1. August um 7 Uhr, aktualisiert um 16.42 Uhr.

Titelfoto: Bildmontage: Alice Nägle/TAG24, Citynewstv

Mehr zum Thema Hamburg Politik: