Tourismus in Hamburg erholt sich deutlich: Fast schon wieder Vor-Corona-Niveau

Hamburg - 2020 bricht der Tourismus wegen der Corona-Pandemie weltweit ein. In Hamburg halbieren sich die Übernachtungszahlen. Erst seit dem vergangenen Jahr kann man wieder nahezu uneingeschränkt reisen - und die Branche sich erholen. In Hamburg gelingt das sehr gut.

Einer der beliebtesten Orte für Hamburg-Touristen: Die Landungsbrücken auf St. Pauli, rechts im Hintergrund ist die Elbphilharmonie zu sehen.
Einer der beliebtesten Orte für Hamburg-Touristen: Die Landungsbrücken auf St. Pauli, rechts im Hintergrund ist die Elbphilharmonie zu sehen.  © Markus Scholz/dpa

Die besonders durch Corona gebeutelte Hamburger Tourismusbranche hat sich deutlich von der Pandemie erholt.

Mit 14,7 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr sei man fast wieder auf Vor-Krisen-Niveau, sagten Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (45, SPD) und Hamburg-Tourismus-Chef Michael Otremba am Dienstag bei der Vorlage der Tourismusbilanz 2022.

Leonhard sprach von einer "beeindruckenden Entwicklung", mit der die Branche den Weg aus einem "tiefen Tal" gefunden habe. Gut 6,8 Millionen Gäste wurden gezählt, das Gros kam dabei mit über 5,5 Millionen aus dem Inland.

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Im Vergleich mit 2021 haben sich die Übernachtungszahlen mit plus 95 Prozent fast verdoppelt. Die Zahl der Gäste stieg sogar um 105 Prozent zum Vorjahr. Für 2023 erwarte man eine weitere Erholung, auch wenn diese nicht mehr so stark ausfallen dürfte, sagte die Senatorin.

"Wir gehen schon davon aus, dass das eine einmalige steile Kurve ist und dass wir jetzt wieder in anderen Wachstumsbereichen unterwegs sein werden."

Tourismus in Hamburg: Gestiegene Preise und Personalmangel bereiten der Branche Sorgen

Zwei der 11,6 Millionen Gäste, die im Jahr 2022 die Hansestadt besucht haben.
Zwei der 11,6 Millionen Gäste, die im Jahr 2022 die Hansestadt besucht haben.  © Markus Scholz/dpa

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine und der Arbeitskräftemangel stellten für die Branche weiter Unsicherheiten dar.

Neben den gestiegenen Preisen mache die Personallage den Unternehmen zu schaffen, sagte Otremba. "Das wichtigste Thema der Branche ist einfach der Arbeitskräftemangel."

Leonhard zufolge geht der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga in Hamburg "von einem Fehlbedarf von bis zu 8000 Kräften aus". Allerdings sei dies eher eine konservative Schätzung.

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Hamburg habe sich vor allem im Inland einen Ruf als "Sehnsuchtsort" erarbeitet und auch in der Krise erhalten, sagte Otremba.

Das zeigten auch die 11,6 Millionen Übernachtungen von innerdeutschen Touristen, mit denen man im vergangenen Jahr bereits wieder das Volumen von 2019 erreicht habe. Bei den Übernachtungen ausländischer Gäste sei man hingegen erst auf 80 Prozent des Vor-Corona-Niveaus.

Die meisten ausländischen Gäste kamen den Zahlen zufolge aus den Nachbarländern Dänemark (372.800 Übernachtungen), Schweiz (305.600), Österreich (263.600) und den Niederlanden (212.809) sowie aus Großbritannien (204.000).

Tourismus in Hamburg erholt sich schneller als in anderen Städten Europas

Nicht nur in London: Rote Doppeldeckerbusse fahren auch durch Hamburg.
Nicht nur in London: Rote Doppeldeckerbusse fahren auch durch Hamburg.  © Markus Scholz/dpa

Insgesamt erhole sich Hamburg schneller und umfassender als andere Metropolen in Deutschland und Europa. Laut Otremba kann die Hansestadt dabei auch von geänderten Urlaubsansprüchen profitieren.

"Umfragen zeigen sehr deutlich, dass eine Städtereise einem Sommerurlaub in nichts mehr nachsteht."

Ein weiterer Grund für die gute Krisenbewältigung in Hamburg seien auch die Corona-Hilfen in Höhe von 3,1 Milliarden Euro gewesen.

Von denen seien mit rund 1,57 Milliarden Euro mehr als die Hälfte an Hotellerie und Gastronomie sowie Kunst, Unterhaltung und Erholung, Museen und Sport gegangen, sagte Leonhard. Profitiert hätten davondie Gäste ebenso wie gesamte Stadtgesellschaft.

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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