Bald mehr regionale Kennzeichen in Hessen? Verkehrsminister Mansoori macht sich stark
Von Andrea Löbbecke
Wiesbaden - WZ statt LDK oder GN statt MKK: Heimatkennzeichen für das Auto sind in Hessen beliebt und werden gut genutzt. Um die Regionalität weiter zu fördern, setzt sich Hessen im Bundesrat für Erleichterungen bei der Fahrzeugzulassung ein.
Autokennzeichen stehen für einige Menschen für Heimat, Zugehörigkeit und regionalen Stolz, sagte Hessens Verkehrsminister Kaweh Mansoori (37, SPD) im Bundesrat.
Ziel der Initiative sei es, den Kommunen mehr Spielraum bei der Gestaltung von Kfz-Kennzeichen zu geben, ohne neue bürokratische Hürden zu schaffen.
Der Wunsch nach mehr Freiheit bei regionalen Kennzeichen sei immer wieder an die Landesregierung herangetragen worden, hieß es aus der Staatskanzlei. Bereits seit 2013 können sich die Menschen in Hessen wieder für diese Altkennzeichen entscheiden, die seit der Gebietsreform der 70er-Jahre abgeschafft waren:
- BID für Biedenkopf im Landkreis Marburg-Biedenkopf
- BÜD für Büdingen im Wetteraukreis
- DI für Dieburg im Landkreis Darmstadt-Dieburg
- GN (Gelnhausen) und SLÜ (Schlüchtern) im Main-Kinzig-Kreis
- HOG (Hofgeismar) und WOH (Wolfhagen) im Landkreis Kassel
- USI für Usingen im Hochtaunuskreis
- WEL (Weilburg) im Landkreis Limburg-Weilburg
Zuvor waren bereits die Altkennzeichen HU (Hanau) und WZ (Wetzlar) und später DIL (Dillenburg) im Lahn-Dill-Kreis wieder eingeführt worden. "In Hessen stoßen regionale Kennzeichen auf großes Interesse", heißt es aus der Staatskanzlei.
Regionalere Kennzeichen sollen leichter zu erhalten sein
Eine Einführung zusätzlicher Kennzeichen ist bislang nur in engen rechtlichen Grenzen möglich.
Im Bundesrat macht sich Hessen deswegen dafür stark, dass Kommunen die regionalen Buchstabenkombinationen künftig leichter vergeben können.
Und dies unabhängig davon, ob ein Verbrauch der bestehenden Kennzeichenkombinationen unmittelbar bevorsteht, auf Altkennzeichen zurückgegriffen werden kann oder ob ein neuer selbstständiger Zulassungsbezirk gegründet wird.
Auch bei den aktuell großen Herausforderungen für Bund, Länder und Kommunen sollte man "kleine lokale Herzensprojekte" im Blick behalten, sagte Mansoori. Die Kennzeichen-Initiative nehme niemandem etwas weg, sondern schenke vielen ein Stück weit die Freiheit, ihre Heimatverbundenheit auszudrücken.
Titelfoto: Montage: Arne Dedert/dpa, David-Wolfgang Ebener/dpa

