Herbstzeit ist auch in Hessen wunderbare Wanderzeit! Hier gibt es sechs tolle Tipps

Von Andrea Löbbecke

Marburg - Langsam wird es herbstlich in Hessen, die farbenfrohe Wandersaison startet. Besonders die gemäßigten Temperaturen machen die kommenden Wochen zu einer guten Jahreszeit. Hier findet Ihr es sechs passende Tipps.

Wandern macht Spaß - und ist auch noch gut für die Gesundheit. In Hessen gibt es zahlreiche Möglichkeiten.  © Boris Roessler/dpa

Durch den "Freistaat Flaschenhals"

Auf der Route durch den "Freistaat Flaschenhals" im Hintertaunus wird es historisch. Wanderer und Wanderinnen erfahren auf dem Themen-Rundweg viele - teils kuriose - Details zum selbst ernannten Freistaat, der vor etwa 100 Jahren dort bestand.

Das Gebiet existierte zwischen 1919 und 1923 als Folge einer Aufteilung zwischen den Siegermächten Frankreich und USA nach Ende des Ersten Weltkrieges. Das Niemandsland war politisch und wirtschaftlich isoliert und somit auf sich allein gestellt. 

Der gut elf Kilometer lange Weg führt zunächst durch das liebliche Dörsbachtal bis zur "Grenzstation". Weiter geht es teils über einen verschlungenen Schmugglerpfad, der durch tiefe Wälder führt und erahnen lässt, wie abenteuerlich die Versorgung war.

Der Start- und Endpunkt ist in Heidenrod-Laufenselden.

Mit "Kellerwald-Juwel" ab ins Kloster

Wirklich steigen muss man auf den Hohen Steiger im nordhessischen Habichtswald nicht, sein Gipfel liegt auf rund 320 Metern.

Die rund zehn Kilometer lange Tour, die in Breuna startet, bietet dennoch schöne Weitblicke - samt Wechsel von Wiesentälern, Wald, Trockenrasen, Feldern und Naturschutzgebieten. Auf mittlerer Höhe des Steigers geht es durch Mischwald. Später führt die Route zum Berg der Kugelsburg, der auf der Nordseite umrundet wird. Die Burg ist das Wahrzeichen der Stadt Volkmarsen.

Vom einstigen Bergfried eröffnet sich eine Rundumsicht weit in das Waldecker Land, die Warburger Börde und den Naturpark Habichtswald. Zuvor lohnt sich auf dem "Eselsweg" ein Abstecher zum Naturdenkmal "Scharfer Stein". Was das genau ist?

Ein bizarrer Fels aus urzeitlichen Seelilien.

Im Naturpark Kellerwald-Edersee wurden spezielle Wanderwege als "Kellerwald-Juwele" ausgezeichnet.  © Uwe Zucchi/dpa

Höhen des Steigers

Bei den Wegen der "Kellerwald-Juwelen" wurde laut Naturpark Kellerwald-Edersee besonders darauf geachtet, dass die Wanderer auf entsprechend schmalen Pfaden unterwegs sind, es malerische Waldwege und schöne Ausblicke gibt.

Ein "Juwel" führt unter dem Motto "Ab ins Kloster" über eine knapp 15 Kilometer lange Runde südlich von Lichtenfels-Immighausen im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Höchster Punkt ist der 490 Meter hohe Höhnscheid mit Panoramablick.

Zu den Highlights zählt das ehemalige Kloster Gut Schaaken, dessen imposante Ruine man besichtigen kann.

Römerpfade Odenwald - Herkulespfad

Sechs Rundwanderwege im Odenwald beschäftigen sich mit der römischen Geschichte. Gleich zwei Abschnitte der Befestigungslinie Limes können entdeckt werden: der Obergermanisch-Raetische Limes und der ältere Odenwaldlimes.

Einer der Römerpfade ist der 14 Kilometer lange Herkulespfad, der am Forsthaus Hettingen startet. 

Auf der Route wird auch der Dolinenpfad passiert - mit Informationen über die geologische Besonderheit der trichterförmigen Hegenich-Doline, einer Einsturzsenke im Boden. Über zahlreiche Wiesen und Felder geht es während des Ausflugs vorbei an der Kapelle am Bubenrat zum Lausenberg mit einem Palisaden-Nachbau und zusätzlich einer schönen Rastmöglichkeit.

Auf dem letzten Stück werden zwei römische Wachtturmreste und das Kleinkastell Hönehaus passiert.

Die Drei-Seen-Tour führt abwechslungsreich durch Wiesen, Weiden und Wald im Vogelsberg.  © Michael Bauer/dpa

Drei-Seen-Tour im Vogelsberg

Bei dieser Wanderung im Vogelsberg geht es - wie es der Name verrät - ans Wasser! Die Drei-Seen-Tour nahe Freiensteinau führt über lange Strecken an Ufern entlang. In den Feldern lassen sich mit etwas Glück seltene Vogelarten wie Wiesenpieper oder Neuntöter beobachten, auf dem Wasser und im Röhricht haben Haubentaucher und Teichrohrsänger ihr Revier. 

Erste Etappe der rund zwölf Kilometer langen, familienfreundlichen und flachen Wanderung ist der Nieder-Mooser See. Teils auf Graspfaden geht es in den Wald zu dem ruhigen Rothenbachteich. Nach einem abwechslungsreichen Weg durch Wiesen, Weiden und Wald kommt dann das dritte der Gewässer: das Naturschutzgebiet Ober-Mooser See.

Bornschisserweg

Der Bornschisserweg bei Rotenburg an der Fulda gehört zu den zertifizierten Premium-Spazierwegen.

Diese Auszeichnung gibt es vom Deutschen Wanderinstitut für kurze Rundwanderwege "mit besonders hohem Erlebniswert". Den gibt es auf dieser knapp sechs Kilometer langen Route zweifelsohne - denn es ist mit dem Highwalk eine der längsten Hängebrücken Deutschlands dabei. Sie führt auf mehr als 600 Metern Länge bis zu 60 Meter über das Kottenbachtal. 

Ein besonderes Naturerlebnis verspricht ein Waldabschnitt, an dem stattliche Buchen ein dichtes, schützendes Blätterdach formen. Zu den historischen Highlights der Route zählen die Burgruine Rodenberg sowie ein Jagdschlösschen.

Seinen ungewöhnlichen Namen hat der Weg vom Bornschisser, einer Sagengestalt Rotenburgs an der Fulda.

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