Heute vor 47 Jahren: Acht Menschen wagten die Flucht im Heißluftballon - Klappte der Plan?

Heute vor 47 Jahren, am 16. September 1979, wagten zwei Familien aus der DDR eine außergewöhnliche Flucht: Mit einem selbst gebauten Heißluftballon überquerten vier Erwachsene und vier Kinder die innerdeutsche Grenze und landeten bei Naila in Bayern.

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Günter Wetzel (li.), Doris und Peter Strelzyk flohen 1979 mit einem Ballon in die DDR.  © Fotomontage: -/dpa, Ken Hively/Los Angeles Times/CC BY 4.0/Wikimedia Commons

Die Familien Strelzyk und Wetzel aus Pößneck (Thüringen) hatten über längere Zeit an der Idee gearbeitet, mit einem Heißluftballon die innerdeutsche Grenze zu überqueren. Anfang Juli 1979 wagte die Familie Strelzyk zunächst allein den ersten Start.

Doch der Plan scheiterte. Ungünstiges Wetter und Konstruktionsprobleme sorgten dafür, dass der Ballon noch vor der Grenze auf DDR-Gebiet landete.

Das war nicht ganz ungefährlich. Denn am 20. Juli entdeckte ein Jäger den zurückgelassenen Ballon, woraufhin die Staatssicherheit Ermittlungen einleitete. Für die Familien begann damit ein Wettlauf gegen die Zeit.

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Trotz der Fahndung setzten die Familien ihre Vorbereitungen fort. Gemeinsam bauten sie einen nunmehr dritten, größeren Ballon. Dafür beschafften sie unter anderem mehr als 1200 Quadratmeter Stoff in vielen kleinen Mengen und über größere Entfernungen - damit niemand Verdacht schöpfte.

In der Nacht zum 16. September 1979 waren die Wetterbedingungen schließlich so günstig, dass die acht Flüchtlinge mit dem selbst gebauten Ballon den Fluchtversuch wagten.

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Erst brannte der Ballon, dann ging das Gas aus

Die beiden Familien mit insgesamt vier Erwachsenen und vier Kindern bestiegen in der Nacht zum 16. September die Gondel des selbst gebauten Heißluftballons. Diese hob zwar ab, allerdings nicht ohne Probleme. Der Ballon begann aufgrund einer anfänglichen Schieflage kurzzeitig zu brennen, konnte aber schnell mit einem Feuerlöscher gelöscht werden.

Schließlich stiegen sie auf rund 2000 Meter. Nach etwa 18 Kilometern Flug und einer knappen halben Stunde ging ihnen jedoch das Gas aus und der Ballon landete gegen 3 Uhr in einem Waldstück nahe Naila (Bayern). Die Flüchtlinge blieben dabei weitgehend unverletzt.

Zunächst war den acht Menschen nicht klar, ob die Flucht tatsächlich gelungen war. Die Familien wussten nicht, wo sie gelandet waren. Erst die Begegnung mit bayerischen Polizisten brachte Gewissheit: Sie hatten die innerdeutsche Grenze überquert.

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Lesetipp: Die Flucht mit einem Heißluftballon aus der ehemaligen DDR, dokumentiert und aufgeschrieben von Günter Wetzel selbst.

Nach der Flucht bauten sich die beiden Familien Strelzyk und Wetzel in Bayern ein neues Leben auf. Der Kontakt untereinander soll nach Angaben von Günter Wetzel allerdings schon kurze Zeit nach der gemeinsamen Flucht aufgrund von Unstimmigkeiten abgebrochen sein.

Die ungewöhnliche Flucht sorgte dennoch international für Aufmerksamkeit und wurde später mehrfach verfilmt, unter anderem als Disney-Produktion "Mit dem Wind nach Westen" (1982) und als "Ballon" (2018) von Michael "Bully" Herbig.

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