Heute vor 26 Jahren, am 14. Juni 2000, endete eine routinemäßige Verkehrskontrolle in einer tödlichen Eskalation - innerhalb weniger Stunden wurden in Dortmund und Waltrop drei Polizeibeamte erschossen.
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Ausgangspunkt für die Ereignisse am 14. Juni 2000 war eine routinemäßige Verkehrskontrolle in Dortmund: Bei einer Streifenfahrt fiel zwei Polizeibeamten ein Fahrer auf, der keinen Sicherheitsgurt angelegt hatte. Dieser flüchtete zunächst, konnte dann jedoch im Stadtteil Brackel gestellt werden.
Hier eskalierte die Situation abrupt, indem der Fahrer eine Schusswaffe zog und unvermittelt das Feuer eröffnete. Dabei wurde ein Polizeibeamter tödlich getroffen, seine Kollegin schwer verletzt. Der Täter flüchtete anschließend vom Tatort.
Die angeschossene Polizistin gab einen Notruf ab, woraufhin eine Großfahndung nach dem Täter eingeleitet wurde.
Während seiner Flucht traf dieser im etwa 20 Kilometer entfernten Waltrop (Kreis Recklinghausen) erneut auf Polizeikräfte, hielt an einer Kreuzung direkt neben dem Streifenwagen und zielte aus nächster Nähe auf die beiden Beamten. Sie hatten keine Chance und erlagen sofort den zugefügten Kopfschüssen.
Die Namen der getöteten Einsatzkräfte: Thomas Goretzky (36), Yvonne Hachtkemper (34) und Matthias Larisch von Woitowitz (35). Nicole Hartmann (damals 25 Jahre) überlebte als einzige den Einsatz.
Hintergrund, Ermittlungen und Einordnung der Tat
Das Fluchtfahrzeug wurde später in einem Waldstück bei Olfen (Kreis Coesfeld) entdeckt - darin der Verantwortliche, der sich offenbar durch einen Kopfschuss selbst das Leben genommen hatte.
Nach Erkenntnissen der Ermittlungen handelte der Täter, Michael Berger (31), allein. Er war den Behörden bereits bekannt und bewegte sich im rechtsextremen Umfeld. Ein eindeutig politisches Tatmotiv konnte ihm allerdings nicht nachgewiesen werden. Als möglicher Auslöser wurde unter anderem die Angst vor polizeilichen Konsequenzen während der Verkehrskontrolle genannt.
Nach dem Geschehen konzentrierten sich die Ermittlungen auf die Rekonstruktion des Ablaufs sowie die Auswertung von Spuren und Zeugenaussagen.
Da der Täter verstorben war, stand keine strafrechtliche Aufarbeitung im Vordergrund, sondern die sachliche Klärung des Tathergangs.
Die Polizistenmorde von Dortmund und Waltrop führten bundesweit zu erhöhter Aufmerksamkeit hinsichtlich der Risiken bei Polizeieinsätzen.
So wurden beispielsweise in Nordrhein-Westfalen alle Einsatzkräfte mit schusssicheren Westen ausgestattet sowie die Aus- und Fortbildungskonzepte zur Eigensicherung entsprechend überarbeitet.