19-Jähriger erschießt Polizisten: Nun wird er vom Mordvorwurf freigesprochen
Von Wolfgang Jung
Saarbrücken - Weil er einen Polizisten (†34) im Saarland mit einer Dienstpistole getötet hat, hat das Landgericht Saarbrücken einen 19 Jahre alten Angeklagten wegen besonders schweren Raubes verurteilt.
Der Deutsche mit türkischen Wurzeln werde in einer forensischen Psychiatrie untergebracht, sagte Richterin Jennifer Klingelhöfer. Vom Mordvorwurf wurde der Angeklagte freigesprochen.
"Er war beim Überfall in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich vermindert", begründete die Richterin. Der Angeklagte sei während des Polizeieinsatzes infolge seiner Krankheit von massiver Angst getragen worden. "Die Angst hatte sein Denken übernommen", erläuterte die Richterin.
In krankheitsbedingter Verkennung der Lage habe er mindestens drei Schüsse auf den Polizisten abgegeben. "Der Angeklagte gab die Schüsse ab, weil er einen subjektiven Angriff auf sein Leben glaubte", so Klingelhöfer.
Ein Gerichtsgutachter hatte dem jungen Mann wegen einer schizophrenen Erkrankung eine eingeschränkte Schuldfähigkeit attestiert.
Mann hatte Polizisten mit sechs Schüssen getötet
Für forensische Kliniken gelten spezielle Sicherheitsstandards. Dazu gehören technisch überwachte Außensicherungen wie Mauern oder Zäune, Zugang nur durch eine besonders gesicherte Pforte, Sicherheitsschleusen und umfangreiche Videoüberwachung.
Der Angeklagte hatte am 21. August 2025 nach einem Tankstellenüberfall in Völklingen einem Polizeianwärter die Dienstwaffe entrissen und einen Polizeioberkommissar mit sechs Schüssen getötet.
Der Angeklagte feuerte demnach das gesamte Magazin auch auf weitere Polizisten ab, bis er selbst mit Schüssen gestoppt wurde.
Titelfoto: Laszlo Pinter/dpa
