Von Annett Gehler, Christian Rüdiger
Mühlhausen/Erfurt - Wegen eines mutmaßlichen Betrugssystems mit Powerbank-Investments wurden am Mittwoch mehrere Wohn- und Geschäftsobjekte in Mühlhausen (Unstrut-Hainich-Kreis) und Erfurt durchsucht.
Im Visier stehen zwei Männer, die Anleger mit unrealistischen Renditeversprechen für ein Geschäftsmodell rund um Powerbanks angeworben haben sollen, wie die für Wirtschaftsstrafsachen zuständige Staatsanwaltschaft in Mühlhausen mitteilte.
Ein 40-Jähriger und ein 20-Jähriger sollen für ein Geschäftsmodell Privatanleger angeworben haben, die Geld in das Aufstellen und Vermieten von Powerbanks investieren sollten. Regelmäßige Gewinne seien unter anderem durch Werbeflächen auf den Akkus und Ladestationen sowie durch den Verkauf gewonnener Daten versprochen worden, hieß es.
Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen soll das Geschäftsmodell jedoch als Schneeballsystem funktioniert haben. Die versprochenen Ausschüttungen an Anleger seien demnach vor allem durch das Kapital neu geworbener Investoren finanziert worden.
Beworben worden sei das Angebot unter anderem über soziale Netzwerke sowie bei aufwendigen Marketingveranstaltungen. Die Ermittler gehen allein in Deutschland von mehr als 100.000 Anlegern und damit potenziell Geschädigten aus.
Die Durchsuchungen dienten der Sicherung von Beweismitteln. Die Auswertung dauert den Angaben zufolge an. Weitere Angaben wurden nicht gemacht.