Großer Pillen-Betrug: Tausende Patienten aus reiner Profitgier mit ADHS diagnostiziert

San Francisco - Die Gründerin und Geschäftsführerin eines kalifornischen Gesundheitsunternehmens wandert für sechs Jahre in den Knast, weil sie tausenden Patienten eine ADHS-Erkrankung vorgaukelte.

Eine Klinik aus Kalifornien hat über 37 Millionen ADHS-Pillen illegal an Patienten verteilt. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Im Jahr 2019 gründete Ruthia He mit "Done Global Inc." eine Klinik, die sich auf dem Papier der Diagnose und Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) verschrieben hat. Doch dahinter steckte ein unfassbarer Betrug.

Gemeinsam mit ihrem Klinikleiter David Brody stellte sie bewusst falsche ADHS-Diagnosen aus, um Patienten das Medikament "Adderall" verschreiben zu können, wie die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA mitteilte. Allein durch Brody wurden falsche Rezepte an über 6500 Patienten ausgestellt.

Insgesamt 37 Millionen Pillen des ADHS-Medikaments wurden auf diese Weise illegal an Menschen verteilt, die überhaupt keine Aufmerksamkeitsstörung hatten. Selbst vor Verschreibungen an Patienten, die bereits unter psychischen Störungen litten und bei denen Adderall schlimme Nebenwirkungen haben könnte, schreckten die beiden Täter nicht zurück.

Betrugsfälle Vorsicht beim Verkaufen: Diese Betrugsmasche kann jeden treffen

Mitarbeiter der Klinik wurden dabei gedrängt, bereits beim ersten Termin mit einem Patienten ADHS diagnostizieren. Zu weiteren persönlichen Sprechstunden kam es dann meist nicht mehr. Die Adderall-Rezepte wurden per "Auto-Refill-Funktion" stattdessen automatisch immer wieder erneuert. Mit jedem neuen Rezept zahlte der Patient wieder eine Gebühr.

Auf diese skrupellose Weise wurden Patienten um rund 12 Millionen Dollar betrogen.

Anzeige

"Done Global Inc.": CEO Ruthia He muss sechs Jahre in Haft

Mit solchen Werbekampagnen lockte die Klinik "Done Global Inc." Patienten an.  © Drug Enforcement Administration (DEA)

Klinik-Personal, das beim Betrug nicht mitmachen wollte, ließ die Geschäftsführerin kündigen. Mitarbeiter, die alle 30 Sekunden ein Adderall-Rezept unterschrieben, wurden dagegen mit bis zu 60.000 US-Dollar entlohnt.

Außerdem gab He über 40 Millionen Dollar für Werbekampagnen in den sozialen Medien aus, die den Amerikanern weis machen sollten, dass sie an ADHS leiden.

"Ruthia Hes Geschäftsmodell hat die medizinische Notwendigkeit und die Patientenversorgung zugunsten von Profit und Gier beiseite gelegt", erklärte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Colin M. McDonald in einer Mitteilung.

Betrugsfälle Betrüger-Abzocke mit Kochtopf: Seniorin händigt Geld an Fremden aus

He wurde nun zu sechs Jahren Haft und einer Geldstrafe in Höhe von einer Million Dollar verurteilt. Der Mitangeklagte Brody bekam zwei Jahre Knast und ebenfalls eine Geldstrafe von einer Million Dollar.

Mehr zum Thema Betrugsfälle: