Mann erwischt seine Frau in flagranti und sticht 21 Mal auf sie ein

Heilbronn - Ein Mann soll seine Frau mit 21 Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben - am Mittwoch (11 Uhr) wird im Prozess gegen ihn das Urteil erwartet.

Der Mann soll wütend auf sie eingestochen und sie lebensgefährlich verletzt haben. Das Landgericht Heilbronn wird vermutlich am Mittwoch urteilen.
Der Mann soll wütend auf sie eingestochen und sie lebensgefährlich verletzt haben. Das Landgericht Heilbronn wird vermutlich am Mittwoch urteilen.  © Sebastian Gollnow/dpa

Die Staatsanwaltschaft am Landgericht Heilbronn wirft dem Mann unter anderem versuchten Totschlag vor.

Wie ein Sprecher des Gerichts am Dienstag mitteilte, hat sich der Angeklagte im Verfahren weitreichend selbst belastet.

Laut Anklage war dem 35-jährigen Bulgaren das Betreten der ehemals gemeinsamen ehelichen Wohnung in Heilbronn verboten.

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Im September vergangenen Jahres soll er dennoch über eine Regenrinne und das Küchenfenster eingestiegen sein. Im Wohnzimmer soll er demnach seine Frau und deren Liebhaber in flagranti angetroffen haben.

Aus Wut soll er mit einem Küchenmesser nach ihnen gestochen haben. Der Liebhaber flüchtete unverletzt. Seiner Frau soll der Mann 21 Stiche in Oberkörper und Beine zugefügt haben. Sie wurde durch eine Notoperation gerettet.

Der Angeklagte ist seit September in Untersuchungshaft.

Update, 15 Uhr: Mehrjährige Haftstrafe nach Messerattacke auf Ehefrau

Aus rasender Eifersucht hat ein Mann in Heilbronn seine Frau mit 21 Messerstichen lebensgefährlich verletzt und ist dafür jetzt verurteilt worden: Das Landgericht verhängte am Mittwoch eine Haftstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Totschlags.

Der Angeklagte hatte laut Urteil im vergangenen September seine von ihm getrennt lebende Frau beim Sex mit einem seiner besten Freunde erwischt und war daraufhin ausgerastet. Der 35-Jährige schnappte sich ein Küchenmesser mit einer zwölf Zentimeter langen Klinge und wollte auf den Liebhaber der Frau einstechen. Doch diese warf sich dazwischen. So konnte der Mann, nur mit einem Handtuch bekleidet, unverletzt fliehen.

Um in die einstmals gemeinsame Wohnung zu kommen, war der Täter nach eigener Aussage ein sieben Meter hohes Regenrohr hochgeklettert und übers Dach durch ein halbgeöffnetes Fenster in die Küche eingestiegen. Dem Gericht zufolge überlebte die 33-jährige Frau die Messerattacke nur deshalb, weil der betrunkene Angreifer irgendwann aufhörte und über den Nachbarn Hilfe holte. "Sie war zwischen Leben und Tod", sagte der Richter Roland Kleinschroth.

Strafmildernd sei gewesen, dass der Angeklagte die Frau nicht liegengelassen habe und dass er bei der Polizei ein vollumfängliches Geständnis abgelegt habe. Der Bulgare muss an die Frau, die durch eine Notoperation gerettet wurde, ein Schmerzensgeld über 35.000 Euro bezahlen.

Außerdem ordnete das Gericht eine Entziehungskur gegen seine Alkoholsucht an. Der Mann akzeptierte das Urteil, dass nach Feststellung von Kleinschroth somit rechtskräftig ist.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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