Albtraum in Kita: Erzieherin zwingt Mädchen zu essen, bis sie erbricht

Würzburg - Grausame Vorwürfe gegen eine Erzieherin aus Unterfranken: Sie soll in einer Kindertagesstätte im Landkreis Würzburg mehrere Kleinkinder im Alter zwischen 18 Monaten und zwei Jahren gequält haben. Dafür steht sie ab kommendem Montag (8. April) vor Gericht.

Die 31-jährige Erzieherin soll einigen der Kita-Kinder Grausames angetan haben. (Symbolfoto)
Die 31-jährige Erzieherin soll einigen der Kita-Kinder Grausames angetan haben. (Symbolfoto)  © Jan-Philipp Strobel/dpa

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Würzburg liest sich wie ein Albtraum. Die 31-Jährige soll ein kleines Mädchen gezwungen haben, so viel zu essen, bis es erbrach. Einen Jungen soll sie zur Strafe brutal aus einem Hochbett gerissen haben.

Die Taten sollen sich laut Staatsanwaltschaft zwischen September und Dezember 2021 ereignet haben. Mindestens vier Kinder - ein Mädchen und drei Jungen - sollen von den Übergriffen betroffen gewesen sein.

Der damaligen Kita-Erzieherin werden unter anderem Körperverletzung in acht Fällen, Nötigung, Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen.

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Neben der 31-jährigen Hauptangeklagten muss sich auch ihre frühere Gruppenleiterin (37) vor Gericht verantworten. Sie soll während der meisten Taten untätig geblieben sein und die Kinder nach den Übergriffen lediglich getröstet haben.

Die mutmaßlichen Vorfälle soll sie erst ein Jahr später, im Dezember 2022, der Kita-Leitung gemeldet haben, nachdem sich die Hauptangeklagte nach der Rückkehr von einer Krankheit weiterhin massiv aggressiv gezeigt hatte. Schließlich wurden beide Frauen kurz nach der Öffentlichmachung der Vorfälle entlassen.

Prozessauftakt am Montag: Erzieherin soll Kinder über Zeitraum von drei Monaten massiv gequält haben

Vermutet wird, dass die 31-Jährige die Kinder aus Rache gequält haben soll, weil sie mit ihrer Gruppenleiterin in Konflikt stand. Die Hauptangeklagte bestreitet die Vorwürfe, ihre Kollegin hat sich bei den Ermittlungen hingegen geständig gezeigt.

Der Prozess am Landgericht Würzburg soll sich über elf angesetzte Verhandlungstermine bis Anfang Juni erstrecken.

Titelfoto: Jan-Philipp Strobel/dpa

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