Covid-Arznei illegal verkauft: Mehrjährige Haftstrafe für Apothekerin
Von Sabine Dobel
Nürnberg - Das Landgericht Nürnberg hat eine Apothekerin und einen Mitarbeiter wegen unerlaubten Verkaufs des Covid-Medikament Paxlovid zu Freiheitsstrafen verurteilt.
Die Richter sprachen die Pharmazeutin aus München wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz und Untreue schuldig, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.
Sie verhängten eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren und sprachen für die Frau zudem ein Berufsverbot von vier Jahren aus. Der Angestellte bekam eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren.
Der Schaden dürfte in sechsstelliger Höhe liegen. Zumindest ordnete die Kammer eine Einziehung von rund 280.000 Euro bei Apothekerin an, bei dem Mitarbeiter von 60.000 Euro.
Ob Revision eingelegt wird, war zunächst offen. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten das verschreibungspflichtige antivirale Arzneimittel Paxlovid im Januar 2023 in acht Fällen rechtswidrig an Kunden verkauften.
Insgesamt sei es um eine Gesamtmenge von 4730 Packungen gegangen. Paxlovid war in der Corona-Zeit begehrt, es galt wirksames Mittel bei einer Erkrankung.
Ende 2022 kam es laut Anklage wegen der vielen Corona-Infektionen in China zu einer großen Nachfrage nach Medikamenten wie Paxlovid.
Dies habe zu einem regen Schwarzmarktreiben geführt, was den Schwarzmarktpreis zeitweise in exorbitante Höhen getrieben habe, argumentierte die Generalstaatsanwaltschaft.
Titelfoto: Fabian Sommer/dpa
