Prostituierte gesteht: Habe Priester mit Nacktfotos erpresst

Angelika Resenhoeft

Würzburg - Eine Prostituierte hat gestanden, einen Priester mit Lügen über ihre angeblichen Geld- und Gesundheitsprobleme um 255.000 Euro gebracht haben.

Die Angeklagte, hier mit ihrem Strafverteidiger Roj Khalaf, räumte ein, den Priester durch Betrug und Erpressung um 255.000 Euro gebracht zu haben.  © Daniel Löb/dpa

Die 30-Jährige ließ die Vorwürfe zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Würzburg über ihren Verteidiger einräumen.

Zuvor hatten sich die Beteiligten auf einen Strafrahmen bei einem Geständnis geeinigt.

Demnach muss die Frau bei einer Verurteilung mit einer Haftstrafe zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahren rechnen.

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Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten Betrug, Erpressung und die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen vor. Für das Verfahren sind drei Verhandlungstage bis zum 25. Juni angesetzt. 

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Prostituierte lernte den Geistlichen in Saunaclub kennen

Die 30-Jährige muss mit einer Haftstrafe von zweieinhalb bis dreieinhalb Jahren rechnen.  © Daniel Löb/dpa

Den ehemaligen Pfarrer soll die 30-Jährige 2016 in einem Würzburger Saunaclub kennengelernt haben. "Und seit dem Jahr 2022 war dieser bei ihr Kunde", sagte Staatsanwältin Annika Schömig.

Im Januar 2023 soll die Frau dem katholischen Geistlichen, dem sexuelle Aktivitäten verboten sind, von ihrer angeblichen Leukämieerkrankung erzählt haben. 

"In der Folge spiegelte sie ihm mehrfach vor, für medizinische Behandlungen Geld zu benötigen, da sie nicht krankenversichert sei", hieß es in der Anklageschrift.

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"Im Vertrauen auf die Richtigkeit ihrer Angaben zahlte der Geschädigte bis November 2023 mindestens 100.000 Euro an die Geschädigte, die er zuvor aus einer Lebensversicherung erhalten hatte."

Priester zahlte auch aus Angst vor Veröffentlichung der heimlich angefertigten Nacktaufnahmen

Zwei weitere Männer sollen von der Frau ebenfalls um größere Summen betrogen worden sein.  © Daniel Karmann/dpa

Bis 2025 soll der Priester im Ruhestand, der mittlerweile nicht mehr im Bistum Würzburg lebt, der Frau mindestens 255.000 Euro gegeben haben.

So wollte er laut Anklage unter anderem verhindern, dass die 30-Jährige von ihm heimlich aufgenommene Nacktbilder veröffentlicht oder das Bistum Würzburg über ihren Sexualkontakt informiert. 

Pikant: Auch gegen den Priester im Ruhestand ermittelt die Staatsanwaltschaft Würzburg. "Dem Beschuldigten liegt zur Last, gegen den Willen der Prostituierten den Geschlechtsverkehr vollzogen zu haben", teilte ein Behördensprecher mit, ohne weitere Details zu nennen.

Auch zwei andere Männer, die die Angeklagte in dem Saunaclub kennengelernt haben soll, sollen von ihr um viel Geld gebracht worden sein. Die Frau wurde Ende Oktober 2025 festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.

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