27-Jährige wegen Totschlags ihres Babys vor Gericht

Nürnberg - Eine junge Frau soll ihr Baby in Mittelfranken in einem Waschbecken ertränkt haben. Deshalb muss sie sich seit Mittwoch vor dem Landgericht in Nürnberg wegen Totschlags verantworten.

Die 27-Jährige soll ihr Baby getötet und anschließend versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen. (Symbolbild)
Die 27-Jährige soll ihr Baby getötet und anschließend versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen. (Symbolbild)  © Daniel Karmann/dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft der 27-Jährigen vor, ihre etwa vier Monate alte Tochter im Juni im Badezimmer ihrer Wohnung getötet zu haben.

Anschließend soll sie sich die Pulsadern aufgeschnitten und den Rettungsdienst gerufen haben.

Der Anklage zufolge litt die Frau nach der Geburt an einer depressiven Störung.

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Eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus komme deshalb in Betracht. Dort befindet sich die Angeklagte bereits vorübergehend seit ihrer Festnahme.

Am ersten Prozesstag äußerte sich die Deutsche nach Angaben einer Gerichtssprecherin nicht zu den Vorwürfen.

Die Verteidigung hatte zuvor beantragt, dass die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen wird. Das lehnte die Kammer aber ab. Am Nachmittag sollten Polizeibeamte als Zeugen aussagen.

In dem Prozess ist auch ein psychiatrischer Gutachter anwesend. Er soll einschätzen, inwieweit die Angeklagte schuldfähig ist und ob es notwendig ist, diese weiterhin in einer psychiatrischen Klinik zu behandeln.

Normalerweise berichtet TAG24 nicht über versuchte Suizide oder Selbstverletzungen. Da es sich hierbei jedoch um einen erweiterten Suizidversuch handelt, hat sich die Redaktion entschieden, es doch zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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