Jahrelang Frauen betäubt und vergewaltigt: Gericht fällt knallhartes Urteil

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Von Marion van der Kraats, Anne Baum

Berlin - Wegen einer Serie von Vergewaltigungen betäubter Frauen ist ein inzwischen 69-Jähriger zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.

Im August begann der Prozess gegen den inzwischen 69-jährigen Mann.
Im August begann der Prozess gegen den inzwischen 69-jährigen Mann.  © Soeren Stache/dpa

Zudem ordnete das Landgericht Berlin die anschließende Sicherungsverwahrung an, weil die Gefahr zu weiteren schweren Straftaten bestehe. Die Unterbringung des Angeklagten nach verbüßter Strafhaft sei erforderlich, weil er weiterhin gefährlich für die Allgemeinheit sei, so die Richter. Einigen Opfern muss der Mann Zehntausende Euro Schmerzensgeld zahlen. 

Der Angeklagte habe "bewusst nach Opfern gesucht", sagte der Vorsitzende Richter Jakob Weber. Er sprach von einem Verfahren, das alle Beteiligten mitgenommen habe. 

Das Gericht sprach den geständigen Deutschen der Vergewaltigung in 22 Fällen sowie der gefährlichen Körperverletzung und in einigen Fällen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen schuldig. 14 Frauen im Alter von seinerzeit 50 bis 60 Jahren habe er bei Treffen in seiner Wohnung in Berlin-Lichtenberg mit sedierenden Substanzen im Getränk betäubt, dann vergewaltigt und dabei gefilmt. 

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Alle Frauen sagten im Prozess aus. Sie hatten erst im Zuge der Ermittlungen erfahren, was ihnen angetan wurde. Der Elektriker hatte seine Opfer aus Berlin und Brandenburg über Online-Dating-Plattformen kennengelernt. Teils gab er sich als Polizeikommissar aus, teils als Bundeswehrpilot. In den Kontakten soll er sich charmant und romantisch gezeigt haben.

Die Frauen kamen freiwillig mit in seine Wohnung. Dort bot er ihnen laut Anklage alkoholische Getränke an. Als sich die Frauen schließlich in einem "der Bewusstlosigkeit zumindest ähnlichen Zustand befanden, in dem sie keinerlei Wahrnehmungen machen konnten und nicht in der Lage waren, sich zu äußern oder zu wehren", habe er sie vergewaltigt.

Kamera im Schlafzimmer lief rund um die Uhr

Die Entscheidung des Landgerichts Berlin ist noch nicht rechtskräftig.
Die Entscheidung des Landgerichts Berlin ist noch nicht rechtskräftig.  © Jens Kalaene/dpa

Der gelernte Elektriker hatte die Taten zu Prozessbeginn Anfang August gestanden. "Die Vergewaltigungen räume ich ein", erklärte der Mann über seinen Verteidiger. Der 69-Jährige soll in nicht öffentlicher Verhandlung gesagt haben, er sei "die ganze Zeit von seinen sexuellen Gedanken gefangen gewesen". Er habe seine sexuellen Bedürfnisse nicht ohne Straftaten befriedigen können. 

Ein psychiatrischer Gutachter habe allerdings im Zusammenhang mit einer möglichen Sexualpräferenzstörung keine Anhaltspunkte für eine verminderte oder aufgehobene Steuerungsfähigkeit festgestellt. Nach Aktenlage sei er kontrolliert vorgegangen. Auch habe er parallel zu den angeklagten Taten eine Beziehung geführt, die von seiner damaligen Lebensgefährtin als einvernehmlich und normal erlebt worden sei. 

Bei zwei Durchsuchungen im Juni 2025 und März 2026 in seiner Wohnung wurden nach Angaben eines Polizeibeamten "sehr, sehr viele Datenträger" sichergestellt. Eine Kamera sei im Schlafzimmer fest in Richtung Bett installiert und "24/7" in Betrieb gewesen. Die Polizisten stießen auf penibel geführte Unterlagen zu Aufnahmen. Zudem wurden Schlafmittel, Spritzen und Kanülen in Kisten und Koffern sichergestellt.

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Mit dem Urteil folgte das Gericht im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die 13 Jahre Haft sowie anschließende Sicherungsverwahrung beantragt hatte. Der Verteidiger plädierte auf eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als acht Jahren und forderte, eine mögliche Sicherungsverwahrung allenfalls vorzubehalten. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Erstmeldung um 14.36 Uhr, aktualisiert um 14.58 Uhr

Titelfoto: Soeren Stache/dpa

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