Schüsse auf Geldtransporter: So lange müssen Räuber nach Millionen-Coup jetzt ins Gefängnis
Berlin - Wie in einem Actionfilm gingen mehrere Täter im März 2025 auf einen Geldtransporter los und erbeuteten eine Millionen-Summe. Jetzt hat das Landgericht Berlin die Urteile gesprochen.
Der Hauptangeklagte Mohamed O. (22) muss für 14 Jahre ins Gefängnis. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er bei dem spektakulären Überfall nicht nur einen besonders schweren Raub beging, sondern auch versuchten Mord.
Nach Überzeugung des Gerichts hatten der 22-Jährige und seine Komplizen am Abend des 23. März 2025 einen Geldtransporter mit rund 4,5 Millionen Euro Bargeld gezielt abgepasst. Auf der Marzahner Chaussee wurde das Fahrzeug mit zwei Autos eingekeilt.
Während einer der Täter die Scheiben des Geldtransporters mit schwarzer Farbe besprühte, machten sich die anderen am Laderaum zu schaffen.
Mit Spezialwerkzeugen brachen sie ihn auf und luden 26 Geldkassetten mit insgesamt rund 2,5 Millionen Euro in ein Fluchtfahrzeug um.
Als Mohamed O. auf die Fahrerkabine schoss, nahm er den Tod der Insassen in Kauf
Als die Wachmänner Alarm auslösten und der Fahrer versuchte, sich aus der Falle zu befreien, feuerte Mohamed O. laut Gericht mehrfach mit einem Sturmgewehr auf den Geldtransporter – auch in Richtung Fahrerkabine. Dabei habe er den Tod der Insassen zumindest billigend in Kauf genommen.
Zwar gelang den Räubern zunächst die Flucht mit der Beute, doch weit kamen sie nicht. Nachdem sie eines ihrer Fluchtfahrzeuge in Brand gesetzt hatten, fuhren sie weiter in Richtung Neukölln.
Dort wurde ihnen jedoch ein Reifenschaden zum Verhängnis. Die Polizei konnte die Spur verfolgen und ein Gewerbegelände ausfindig machen, auf dem die Täter offenbar ihre Kleidung wechselten und belastende Spuren beseitigen wollten.
Als die Beamten näherkamen, ließen die Männer die Millionen-Beute zurück und flüchteten. Durch DNA-Spuren, Fingerabdrücke und die Auswertung von Handydaten kamen Ermittler den Verdächtigen schließlich auf die Spur. Ende Mai 2025 klickten die Handschellen.
Neben dem Hauptangeklagten wurde ein inzwischen 21-Jähriger wegen besonders schweren Raubes zu sechs Jahren und sechs Monaten Jugendstrafe verurteilt. Ein 26-Jähriger erhielt wegen Beihilfe zweieinhalb Jahre Haft. Ein vierter Angeklagter wurde freigesprochen, weil ihm eine Beteiligung an der Tat nicht nachgewiesen werden konnte.
Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die Verurteilten können Revision einlegen.
Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

