Tourist an Holocaust-Mahnmal in Berlin niedergestochen: Anklage gegen zweiten Mann
Von Anika von Greve-Dierfeld, Denis Zielke
Berlin/Karlsruhe - Die Bundesanwaltschaft hat wegen des Anschlages am Holocaust-Mahnmal in Berlin, bei dem ein spanischer Tourist mit einem Messer attackiert und lebensbedrohlich verletzt worden war, Anklage gegen Khalaf A. erhoben.
Dem Syrer, der Gehilfe des schon verurteilten Haupttäters Wassim Al M. gewesen sein soll, werde Beihilfe zum versuchten Mord und zur gefährlichen Körperverletzung vorgeworfen, teilte die oberste deutsche Anklagebehörde in Karlsruhe mit.
Er soll unmittelbar vor der Messerattacke im Februar des vergangenen Jahres mit dem Haupttäter in Kontakt gewesen sein. Mit ihm habe er den Nachmittag vor der Tat verbracht und ihn ermutigt, sein Vorhaben umzusetzen, so die Bundesanwaltschaft.
Wassim Al M. stach am Abend des 21. Februar 2025 im Namen des sogenannten Islamischen Staats (IS) im Stelenfeld des Denkmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin-Mitte den Spanier gezielt nieder und verletzte ihn dabei lebensgefährlich.
Khalaf A. befindet sich seit Ende Mai in Untersuchungshaft, nachdem er zuvor in Berlin gefasst worden war. Die Anklage wurde beim Kammergericht in Berlin erhoben.
Der ebenfalls aus Syrien stammende Haupttäter war im März vom Kammergericht in Berlin wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Titelfoto: Uli Deck/dpa
