Urteil gegen Mutter gefallen: Baby stirbt nach schweren Misshandlungen

Berlin - Eine Mutter ist nach dem gewaltsamen Tod ihres Babys zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Die Angeklagte gab vor dem Landgericht Berlin einen Übergriff zu. (Archivbild)
Die Angeklagte gab vor dem Landgericht Berlin einen Übergriff zu. (Archivbild)  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Das Landgericht Berlin sprach die 26-Jährige am Dienstag des Totschlags schuldig. Die Angeklagte habe das kleine Mädchen "über einen längeren Zeitraum misshandelt", sagte der Vorsitzende Richter Matthias Schertz.

Das Kind sei massiv geschüttelt und mit dem Kopf gegen einen Gegenstand geschlagen worden. Nach diesem ersten Vorfall sei die Frau nicht zum Arzt gegangen mit dem Kind, habe ihre Tochter vernachlässigt, erneut misshandelt, "verkümmern lassen".

Die alleinerziehende Mutter mit nigerianischer Staatsangehörigkeit lebte damals mit zwei Kleinkindern und dem Baby in einer Gemeinschaftsunterkunft für Frauen in Berlin-Lichtenrade. Das Mädchen war zehn Wochen alt, als es im Mai 2022 bewusstlos in seinem Kinderbett lag. Es erlag wenig später im Krankenhaus seinen massiven Kopfverletzungen.

Nach Familiendrama in Berlin: 24-Jährige wegen heimtückischen Mordes angeklagt
Gerichtsprozesse Berlin Nach Familiendrama in Berlin: 24-Jährige wegen heimtückischen Mordes angeklagt

Die Angeklagte hatte einen Übergriff zugegeben. Wegen anhaltenden Schreiens habe sie einmal die Nerven verloren und das Baby geschüttelt, erklärte die 26-Jährige. Der Verteidiger sagte, sie habe "nicht gewusst, was über sie gekommen war". Er forderte maximal vier Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Aus Sicht der Richter handelte es sich aber nicht um ein einmaliges "Augenblicksversagen, sondern um ein mehraktiges Geschehen". Es seien Verletzungen mit unterschiedlichem Heilungsstadium bei dem Kind festgestellt worden.

Baby erlitt unter anderem einen Bruch am Schädelknochen und ein Schütteltrauma

Im April 2022 habe die Mutter das Baby geschüttelt, dabei den Kopf vermutlich gegen eine Wand geschlagen und das auch bemerkt. Sie habe den Tod des Kindes zumindest billigend in Kauf genommen. Das Gericht habe bei der Strafe eine gewisse Überforderung und das Teilgeständnis berücksichtigt.

Das Baby hatte unter anderem einen Bruch am Schädelknochen sowie ein Schütteltrauma erlitten. Die Angeklagte, die 2014 von Nigeria nach Deutschland gekommen war, befindet sich seit März 2023 in Untersuchungshaft. Der Staatsanwalt hatte wegen Totschlags sechs Jahre Haft gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Berlin: