Dresdner Polizist totgefahren: Dawid K. (27) ging es wohl um 200 Euro!

Cottbus/Dresden - Kurz vor Ende des Prozesses sprach Dawid K. (27) doch: Am 7. Januar 2025 hatte der flüchtende Autodieb den Dresdner Polizisten Maximilian Stoppa (†32) in Lauchhammer totgefahren, muss sich deshalb seit Anfang des Jahres vor dem Cottbusser Landgericht verantworten.

Vor Gericht enthüllte Dawid K. (27) den Grund für seine Tat.  © Ove Landgraf

Am Mittwoch brach er sein Schweigen: Demnach verlor der junge Polizist sein Leben wegen 200 Euro.

Die Aussage war für die Mutter des Verstorbenen sichtbar schwer zu ertragen: "Ich möchte sagen, wie sehr es mir leidtut", las Verteidiger Christoph Rühlmann (58) die Einlassung seines Mandanten vor. "Ich weiß, welches Leid ich über die Familie von Herrn Stoppa gebracht habe. Das ist furchtbar!"

Weil er Geld für Drogen brauchte, habe er den Auftrag zum Autoklau in Niedersachsen angenommen. "Für jedes Fahrzeug bekam ich 100 Euro", sagte er. Ausgespäht waren bereits ein Grand Cherokee und ein Audi in Nörten-Hardenberg, spontan sollte die Bande noch einen zweiten Audi finden und klauen, fand aber keinen geeigneten.

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Dawid K. gestand, den Funkwellenverlängerer bedient zu haben, während der Fahrten mit dem Begleitfahrzeug Methamphetamin und andere Drogen konsumiert zu haben. Ein Gutachter sah dadurch aber keine erhebliche Einschränkung der Steuerungsfähigkeit.

"In Brandenburg sind wir dann von der Polizei entdeckt worden", so der Pole. "Ich gab Gas und bin abgehauen." Aus seiner Sicht folgte dann eine fatale Fehleinschätzung: "Auf der Bockwitzer Straße habe ich es nicht als besonders gefährlich eingeschätzt", sagte er.

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Er habe Geld für Drogen gebraucht, erzählte der 27-Jährige.  © Ove Landgraf

Urteil soll Anfang Mai fallen

"Natürlich fuhr ich schnell, ich glaubte das Risiko und die Gefahr zu beherrschen." Wegen Gefängnis hätte er nicht sein Leben oder anderer gefährdet. "Dass die Tür geöffnet war, habe ich erst sehr spät gesehen", sagte der Pole. "Es gab einen Schlag, es krachte und Glas splitterte. Ich habe erst dann gesehen, dass das Fahrzeug einen Menschen erfasst hatte."

Er habe gehofft, der Mann hätte sich nicht schwer verletzt, mit lebensgefährlichen Verletzungen habe er gar nicht gerechnet. Nachfragen wollte Dawid K. nicht beantworten, das Urteil soll Anfang Mai fallen.

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